Dokumentation Transfertagung "Regionales Übergangsmanagement" (03/2012)
Transfertagung am 6. und 7.3.2012 in Bonn mit 150 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Zum Ende der ersten Förderrunde war Gelegenheit zum Wissens- und Erfahrungsaustausch, aber auch zu Antworten auf die Frage, wie die Nachhaltigkeit gesichert werden kann.

Transfertagung „Regionales Übergangsmanagement“

Der Wissens- und Erfahrungsaustausch stand im Mittelpunkt der Transfertagung, die am 6. und 7.3.2012 in Bonn stattfand. Zum Ende der ersten Förderrunde ging es um die erzielten Ergebnisse, aber auch um die Frage, wie die Nachhaltigkeit gesichert werden kann. Rund 150 Personen waren der Einladung des DLR Projektträgers gefolgt: Projekte der ersten wie auch der zweiten Förderrunde, Spitzenvertreterinnen und Spitzenvertreter aus den Kommunen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verschiedener Landesministerien sowie Interessierte aus anderen Programmen und Initiativen.

Tag 1: Vom "Regionalen Übergangsmanagement" lernen

Viola-Antoinette Klanten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bei der BegrüßungMinisterialrätin Viola-Antoinette Klanten, Leiterin des Referates „Berufsorientierung; Chancengerechtigkeit für Jugendliche“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), begrüßte die Teilnehmenden und dankte den Vertreterinnen und Vertretern der Projekte für ihre gute Arbeit. Sie betonte, dass das Engagement im Übergangsmanagement einen Mehrwert in doppelter Hinsicht beinhaltet: Die Jugendlichen können aus einem abgestimmten und optimierten Berufswegeportfolio wählen. Die Kommunen andererseits werden langfristig betrachtet einen sozialen und ökonomischen Gewinn erzielen. Die benötigten Fachkräfte können verstärkt in der Region gewonnen werden und die mit unversorgten Ausbildungsbewerberinnen und -bewerbern verbundenen finanziellen und sozialen Folgebelastungen sinken.

Der erste Tag bot ein Forum für Präsentationen und Diskussionen zentraler Akteure des „Regionalen Übergangsmanagements“ (RÜM) und seinem Umfeld.

Arne Schneider auf der Transfertagung, Erster Stadtrat von Laatzen, stellt das Laatzener Profil für Bildung und Betreuung auf der Tagung vorArne Schneider, Erster Stadtrat der Stadt Laatzen, stellte das „Laatzener Profil für Bildung und Betreuung“ vor, das eine chancengleiche Bildung aller Kinder und Jugendlichen in Laatzen bis in den Beruf und darüber hinaus ermöglichen soll. Ein wichtiger Baustein des "Laatzener Profils" ist die Koordinierungsstelle "Regionales Übergangsmanagement", die seit 2010 in der zweiten Runde des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ gefördert wird. 

 

Erste Ergebnisse der Evaluation und ein Idealtypisches Referenzmodell des Regionalen Übergangsmanagements stellten Dr. Elisabeth Aram und Joachim Winter vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) vor. Bereits jetzt lässt sich sagen, dass mehr als die Hälfte der Kooperationspartner in den Netzwerken vor Ort eine Verbesserung der Zusammenarbeit durch das Programm sehen. INBAS wird die Wirkungen des „Regionalen Übergangsmanagements“ noch im Detail untersuchen und 2014 die Evaluation abschließen.

Matthias Müller vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) präsentierte einige Befunde aus der wissenschaftlichen Prozessbegleitung der ersten Förderrunde. Drei Entwicklungstypen der Umsetzung von Regionalem Übergangsmanagements wurden identifiziert, welche auf die Handlungsfelder „Aufbau von Arbeitsstrukturen und Verfahren“, „Herstellung von Transparenz“ und „Interventionen zur Verbesserung der Angebotsstruktur“ bezogen sind.

Stephanie Brauser-Jung vom PT-DLR im Gespräch mit Joachim Winter, INBAS, und Matthias Müller, DJI

Anschließend vertieften die Vertreter beider Institute in einem von Stephanie Brauser-Jung vom DLR Projektträger geleiteten Fachgespräch ihre Forschungsergebnisse und beantworteten die Fragen der interessierten Zuhörer.

 

Dr. Manuela Martinek im Podiumsgespräch

Dr. Manuela Martinek, Koordinatorin des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ beim DLR Projektträger, stellte nach der Kaffeepause die Frage „Regionales Übergangsmanagement - Was hat die Kommune davon?“

Von Seiten der im Programm geförderten Projekte nahmen an dieser Podiumsdiskussion teil:

  • Isabel Fezer, Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Stuttgart, Referat Soziales, Jugend und Gesundheit,
  • Rolf Christiansen, Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim,
  • Rainer Nitsche, Landeshauptstadt Magdeburg, Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit und
  • Dietmar Linne, Vorstand der Beschäftigungsförderung Göttingen.

Durch die Förderung des Bundes hat das Thema Übergangsmanagement eine höhere Bedeutung vor Ort erlangt – so die einhellige Meinung. Die Förderung hat zu positiven Entwicklungen geführt, auf die die beteiligten Kommunen nicht mehr verzichten wollen. So haben sich die hier vertretenen Kommunen und Städte entschieden, die für sie wichtigen Aufgaben des RÜM zu verstetigen.

An der Diskussion beteiligten sich weitere Vertreter und Vertreterinnen aus Kommunen und Institutionen:

  • Sabine Walter, Leiterin des Jugendamtes des Landkreises Wolfenbüttel, dieser Landkreis hat 2009 eine Koordinierungsstelle am Übergang Schule-Beruf außerhalb des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ eingerichtet,
  • Dr. Nicole Cujai, Zentrale der Bundesagentur für Arbeit,
  • Klaus Hebborn, Beigeordneter der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetages, Dezernat Bildung, Kultur und Sport sowie
  • Jörg Freese, Beigeordneter in der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Landkreistags, Dezernat Gesundheit, Jugend, Bildung.

Diese Gesprächspartner empfahlen, Regionales Übergangsmanagement nicht zu segmentiert zu betrachten und auch im Rahmen des Programms mehr die Einheit als die Vielfalt der Ansätze herauszustellen. Ein Appell lautete, die Rechtsbereiche - insbesondere im SGB - stärker zusammenzuführen, was die kommunale Kooperation weiter verbessern könnte. Zudem wurde betont, dass die Projekte aus dem Programm „Perspektive Berufsabschluss“ einen zum Teil großen Transferradius haben und auch Kommunen, die nicht im Programm gefördert werden, ‚mit Rat und Tat’ zur Seite stehen. Auch in diesem Kreis wurde die Bedeutung und Sinnhaftigkeit der Bundesförderung in diesem Themenfeld hervorgehoben.

Die Reden und Präsentationen stehen in der rechten Leiste zum Download bereit.

Besucherinnen der Transfertagung beim Gespräch auf der Projektemesse

In den Pausen und am Abend präsentierten sich die Projekte der ersten Förderrunde und einige der zweiten noch einmal mit den (ersten) Ergebnissen ihrer Arbeit, mit Berichten, Broschüren, Konzepten und Datenbanken, mit Postern und Plakaten, Kalendern, Flyern u.v.a. Materialien.

 

Tag 2: "Open Space": "RÜM 2.0 – Abschied in die Zukunft"

Angeregter Austausch von zwei Teilnehmerinnen am zweiten Tag der Tagung

Der zweite Tag der Tagung war dem offenen Austausch gewidmet. Die Teilnehmenden waren eingeladen, ihre Anliegen, Probleme und Lösungen, Sorgen und Erfahrungen zu benennen und in Kleingruppen zu diskutieren. Organisatorisch wurde hierzu ein offener Raum, ein „Open Space“ eingerichtet, in dem Interessierte sich austauschen konnten. 

Es bildeten sich fünfzehn Arbeitsgruppen zu den folgenden Themen:

  • Was ist Erfolg von RÜM? Wann ist RÜM erfolgreich?
  • Qualitätskriterien & Evaluation
  • Lücken + Überschneidungen -> Umgang damit
  • Arbeitsbündnis „Jugend & Beruf“ der Bundesagentur für Arbeit mit Partnern vor Ort, am Beispiel Düsseldorf
  • Indikatoren für Nachhaltigkeit
  • Angebot kollegialer Beratung: Wie können Projekte & Aktivitäten in einer Kommune im Netz systematisch abgebildet werden?
  • Regionales Übergangsmonitoring - Bedingungen, Instrumente, Erfahrungen
  • Neue Reformvorschläge – Wege zum Berufsabschluss für benachteiligte Jugendliche
  • Zusammenarbeit mit dem Programm „JUGEND STÄRKEN – Aktiv in der Region“
  • Transfer und Verstetigung – virtuelle Werkzeuge nutzen
  • Wie kann man seinen Mehrwert über Produkte zeigen, ohne auf die operative Ebene reduziert zu werden?
  • Entwicklung einer gemeinsamen Datenbank zur Übergangslandschaft am Beispiel Schleswig-Holstein
  • Qualitätsentwicklung – Berufsorientierung an Schulen
  • Verstetigung der Elternkooperation im RÜM
  • Wie Regionales Übergangsmanagement an die Kommunalpolitik herantragen?

Die Gelegenheit, sich die dokumentierten Ergebnisse der Kleingruppen-Arbeit anzusehen und sie durch eigene Anmerkungen zu ergänzen, lässt sich auch Viola-Antoinette Klanten vom BMBF nicht entgehen.Die Ergebnisse der Kleingruppensitzungen wurde dokumentiert. Ein zusammenfassendes PDF-Dokument steht den Projekten von „Perspektive Berufsabschluss“ im passwortgeschützten „Internen Bereich“ dieser Website zum Download zur Verfügung.

 

Frank Tönnissen vom PT-DLR verabschiedet die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am zweiten Tag der Tagung: "RÜM 2.0 - Abschied in die Zukunft"

Am Ende der Tagung blieb noch der besondere Dank an die Projekte der ersten Förderrunde, die sich Ende März verabschieden. Ihr Know-how für ein gutes Übergangsmanagement und seine Handlungsfelder wird weiterhin sehr gefragt sein. So ist es ein Abschied in die Zukunft.

 

Dokumente

  • Rede der Ministerialrätin Viola-Antoinette Klanten

    [PDF - 15,9 kB]

    Vortrag der Vertreterin des BMBF: „Vom Regionalen Übergangsmanagement lernen“

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Veroeffentlichungen/Rede_MRin_Klanten.pdf)

  • Präsentation Joachim Winter und Dr. Elisabeth Aram, INBAS

    [PDF - 307,9 kB]

    Vortrag der Evaluation: "Eckpunkte der Evaluation, Idealtypisches Modell eines Regionalen Übergangsmanagements, erste Ergebnisse"

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Veroeffentlichungen/Vortrag_Evaluation_INBAS__Transfertagung_06032012.pdf)

  • Präsentation Matthias Müller, DJI

    [PDF - 1,20 MB]

    Vortrag der Wissenschaftlichen Begleitung: "Entwicklungsverläufe im Regionalen Übergangsmanagement. Ergebnisse aus der ersten Förderrunde"

     

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Veroeffentlichungen/Vortrag_WissenschaftlicheBegleitung_DJI_Transfertagung_06032012.pdf)

  • Dokumentation Open Space: "RÜM 2.0 - Abschied in die Zukunft"

    [PDF - 1,50 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Begleitung_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Transfer032012_openspace.pdf)

 
Förderung
Durchführung