Dokumentation Fachtagung "Migrantenorganisationen als willkommene Akteure der Bildungsintegration“ (3.5.2012)
Rund 150 Teilnehmer/-innen trafen sich am 03. Mai 2012 in Bonn zum Thema: Inwiefern können Migrantenorganisationen als Partner für Bildung gewonnen werden? Organisiert wurde die Tagung vom Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“.

Die Teilnehmenden setzten sich überwiegend aus Akteuren von Städten und Kommunen, Arbeitsmarktakteuren und aus Migrantenorganisationen zusammen.

Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), stellte in ihrer Begrüßung die Bedeutung einer gemeinsamen Zusammenarbeit mit den Migrantenorganisationen dar. „Für die Einbindung von Migrantenorganisationen in die regionale, kommunale bzw. branchenbezogene Netzwerkarbeit ist es wichtig, dass zunächst Vertretungsstrukturen aufgebaut werden", so Frau Haugg. „Das Ziel ist dabei, die Bildungs- bzw. Ausbildungs- und Arbeitsmarktbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen und zu einer umfassenden Verbesserung der Integration beizutragen."

Anschließend stellte PD Dr. Uwe Hunger von der Universität Münster einige Ergebnisse aus seiner Studie „Kooperationen mit Migrantenorganisationen" vor. Am Beispiel der spanischen Elternvereine machte Dr. Hunger deutlich, was diese so erfolgreich gemacht hat: „Das Erfolgsmodell der spanischen Elternvereine, die schon fast 40 Jahre tätig sind, geht zurück auf eine Kooperation von Migrantenorganisationen mit etablierten Trägern der Sozialarbeit in Deutschland. Das ist ein klassisches Beispiel von Kooperationen, wie es mittlerweile auch gemacht wird."

Als Leiter des Begleitprojektes „Mit MigrantInnen für MigrantInnen" stellte anschließend Dipl. Ing. Cemalettin Özer einige
Ergebnisse des Projektes dar. „Die sogenannten Bildungsbeauftragten, die als „Brückenbauer" zwischen Migrantenorganisationen und Regeleinrichtungen dienen, haben überwiegend die Schullaufbahn mit Abitur abgeschlossen und besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit. Das Verhältnis von Frauen und Männern ist gleichmäßig verteilt", so Özer. Mit den 51 Vereinen, die durch die Bildungsbeauftragten vertreten werden, könne man so insgesamt 3900 Mitglieder erreichen. Zähle man die Familienangehörige hinzu, wäre die Erreichbarkeit sogar noch höher, betonte Herr Özer das Potenzial der Kooperationen.

In der zweiten Hälfte der Tagung stellten die Projektstandorte ihre Ergebnisse, Erfahrungen und Handlungsempfehlungen in Form eines Forums vor. Nach den einzelnen Präsentationen der Projektleiter sowie der Bildungsbeauftragten und der regionalen Kooperationspartner gab es jeweils von einer „Jury" ein Feedback.
Die Jury bestehend aus: Dr. Knut Diekmann, Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) - Referatsleiter Grundsatzfragen der Weiterbildung, Friedrich Scheerer, Leiter Koordinierungsstelle Migration, Bundesagentur für Arbeit, Dipl. Ing. Cemalettin Özer, MOZAIK gGmbH, PD Dr. Uwe Hunger, Westfälische Wilhelms - Universität Münster und Rolf Erdmeier, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) - Regionalstelle Bielefeld fand großen Anklang. Durch die Möglichkeit, Fragen an die Jury und das Forum zu stellen, ergaben sich interessante Diskussionen. Die Gesamtmoderation der Fachtagung übernahmen Annalena Böhmer und Senol Keser von der MOZAIK gGmbH.

 

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