Offenbach
Stadt Offenbach, Hessen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-30.09.2012


Kontakt

Stadt Offenbach am Main
Amt für Arbeitsförderung, Statistik, Integration
Regionales Übergangsmanagement
Christian-Pleß-Straße 11-13
63069 Offenbach am Main

 

 


In der Stadt Offenbach am Main leben derzeit insgesamt 120.067 Einwohner. Der Offenbacher Frauenanteil liegt bei 50,3 Prozent (60.372). 31,2 Prozent der Einwohner sind Nichtdeutsche (37.165). Der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund, (Personen, die mindestens ein nicht-deutsches Elternteil haben) beträgt etwa 45 Prozent. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort liegt bei 45.784 (Stand Dezember 2010). Die Arbeitslosenquote der Stadt, bezogen auf alle abhängigen zivilen Erwerbspersonen, liegt bei 10 Prozent und damit über dem hessischen Durchschnitt von 6,0 Prozent. Im Dezember 2010 waren 6002 Personen arbeitslos gemeldet, davon drei Viertel im Rechtskreis SGB II („Hartz 4“). Auffällig ist die große Zahl von Kindern (34,4 Prozent), die über ihre Eltern in Bedarfsgemeinschaften leben und Transferleistungen (34,4 Prozent) des SGB II beziehen. Das ist in Hessen der höchste Wert und dürfte auch deutschlandweit zu den Spitzenwerten gehören.

Die Wirtschaftsstruktur der Stadt wird, nach einer eher durch das verarbeitende Gewerbe geprägten Geschichte, inzwischen deutlich von verschiedenen Dienstleistungsbranchen geformt, was vor allem der zentralen Lage Offenbachs in der Region Frankfurt/Rhein-Main zu verdanken ist. Gesellschaftlich gestaltet sich das Zusammenleben unter den verschiedenen Kulturen problematisch. Die früher die Stadt prägende traditionelle Industrie mit vielen unkomplizierten Arbeitsplätzen und einem hohen Anteil an aus dem Ausland angeworbenen Arbeitskräften hat zu einer Sozialstruktur mit einer ausgeprägten Unterschichtkomponente geführt. Ein Effekt dieser Struktur ist ein starkes Ungleichgewicht der Kommunalfinanzen mit hohen Ausgaben für Sozialtransfers und zu niedrigen Steuereinnahmen. Bildung ist zu einem Schwerpunkt kommunaler Politik avanciert. Eine Reihe von Innovationen, etwa ein hochqualifiziertes Selbstlernzentrum, eine ausgebaute kommunale Bildungsberichterstattung, Bürgerinformationssystem für Bildung und Weiterbildung, die Ansiedlung einer Berufsakademie und nicht zuletzt massive bauliche Investitionen in die Schulen der Stadt haben Offenbach inzwischen auch in diesem Bereich ein besonders Profil gegeben.

Die Bildungslandschaft Offenbachs ist im Übergangsbereich von vielen Projekten und Angeboten geprägt, die sich u. a. durch Leistungen des Landes, Bundes und der Europäischen Union, auszeichnen. Sie orientieren sich an den Problemlagen der jungen Menschen und verfolgen neben dem primären Ziel „Persönlichkeitsbildung“ und dem Ausbau der sogenannten Schlüsselqualifikationen vor allem das Ziel, die Berufsfähigkeit herzustellen und an Ausbildung, Arbeit oder Qualifizierung heranzuführen. Neben den „klassischen“ Akteuren in diesem Feld: Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Schule, Staatliches Schulamt, Stadtschulamt, Arge SGB II (MainArbeit), engagieren sich zahlreiche Träger der Wohlfahrtsplfege und Vereine. Die Aufnahme der Stadt Offenbach in das Programm „Perspektive Berufsabschluss/Regionales Übergangsmanagement“ macht es möglich, die Anstrengungen und positiven Ansätze der letzten Jahre für eine bessere Abstimmung und Verzahnung der vorhanden Maßnahmen und Strategien am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf in Offenbach zu intensivieren. Ein Ziel ist - nach wie vor - die Reduzierung der Anzahl Jugendlicher, die ohne Schul- und Berufsabschluss bleiben.

Die Bildungslandschaft Offenbachs ist im Übergangsbereich von vielen Projekten und Angeboten geprägt, die sich u. a. durch Leistungen des Landes, Bundes und der Europäischen Union, auszeichnen. Sie orientieren sich an den Problemlagen der jungen Menschen und verfolgen neben dem primären Ziel „Persönlichkeitsbildung“ und dem Ausbau der sogenannten Schlüsselqualifikationen vor allem das Ziel, die Berufsfähigkeit herzustellen und an Ausbildung, Arbeit oder Qualifizierung heranzuführen. Neben den „klassischen“ Akteuren in diesem Feld: Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Schule, Staatliches Schulamt, Stadtschulamt, Arge SGB II (MainArbeit), engagieren sich zahlreiche Träger der Wohlfahrtsplfege und Vereine. Die Aufnahme der Stadt Offenbach in das Programm „Perspektive Berufsabschluss/Regionales Übergangsmanagement“ macht es möglich, die Anstrengungen und positiven Ansätze der letzten Jahre für eine bessere Abstimmung und Verzahnung der vorhanden Maßnahmen und Strategien am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf in Offenbach zu intensivieren. Ein Ziel ist - nach wie vor - die Reduzierung der Anzahl Jugendlicher, die ohne Schul- und Berufsabschluss bleiben.

Ergebnisse

Nachfolgend werden beispielhaft Ergebnisse zu folgenden Handlungsschwerpunkten dargestellt:
1. Datenbasis schaffen
2. Transparenz über Angebote herstellen
3. Netzwerke und Gremien
4. Veröffentlichungen

1. Datenbasis schaffen:

• Im Förderzeitraum wurden vier Schulabgangsbefragungen durchgeführt, eine Fortsetzung für das kommende Jahr ist geplant. In den Berichten werden die Ergebnisse den Schulleitungen, dem OloV-Steuerungskreis, den Schulkoordinatoren und dem Magistrat zur Kenntnis gegeben.
• Das Regionale Übergangsmanagement war von Beginn an in der Fachgruppe Bildungsmonitoring eingebunden und hat Beiträge zum jährlichen Erziehungs- und Bildungsbericht geliefert. Weiterhin wurden Daten der Zielgruppe der U 25 Jährigen mit aufgenommen, da die Berichte vorher zunächst ausschließlich die Zielgruppe der 0 bis 16 jährigen fokussierten.
• Auf Initiative des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration wurde das Deutsche Jugendinstitut beauftragt, eine Schulabsolventenstudie in der Stadt Offenbach durchzuführen. Die Berichte zu Offenbacher Haupt-, Real- und Gesamtschüler/innen auf dem Weg von der Schule in die Berufsausbildung wurden auf Veranstaltungen vorgestellt, an die wesentlichen Akteure im Übergang von der Schule in den Beruf verteilt und dem Magistrat zur Kenntnis gegeben. Die Fortführung der Studie ist sichergestellt.

2. Transparenz über Angebote herstellen

• Mit dem Ordner „Wege ins Berufsleben“, der aktualisiert im Internet steht, wurde eine Übersicht erstellt, in der alle Angebote für Jugendliche mit und ohne Abschluss systematisch dargestellt wurden.
• Für die Diskussionen in kommunalen Kontext wurde eine Matrix über alle Angebote der jeweiligen Schule, inklusive der beruflichen Schulen, zusammengestellt. Diese Übersichten sind Grundlage von Kooperations- und Abstimmungsrunden in den Schulen der Sekundarstufe I.
• Bereits zu Beginn der Arbeit des Regionalen Übergangsmanagement wurden mit dem Verfahren der Zielorientierten Projektplanung (ZOPP) die Projektziele und Teilziele, die Indikatoren und Quellen der Nachprüfbarkeit ausführlich beschrieben und differenziert aufgelistet. Die Planung zog sich wie ein Roter Faden durch die Arbeit des RÜM.
• Im Rahmen der 2. Förderrunde wurden in zweitägigen Workshops, moderiert durch das Regionale Übergangsmanagement der Stadt Offenbach gemeinsam mit einem freiberuflichen Kollegen, 18 Projekte in die Logik der zielorientierten Projektplanung eingewiesen, so dass für alle Projekte Projektplanübersichten mit Teilzielen, Indikatoren und Quellen der Nachprüfbarkeit entstanden sind. Die Projektpläne konnten nach drei Monaten auf ihre Realisierbarkeit überprüft werden.

3. Netzwerke und Gremien:

• Die Vertreter der Kammern, der Agentur für Arbeit, des kommunalen Jobcenters, des Staatlichen Schulamtes und der Stadt sind durch die Landesstrategie OloV in einem Netzwerk tätig. In diesem Netzwerk werden Zielvereinbarungen zu den Arbeitsfeldern Berufsorientierung, Vermittlung und Matching und zur Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen anhand von landesweit geltenden Qualitätsstandards getroffen und Arbeitspakete geschnürt. Die Netzwerkpartner haben in einem Kooperationsvertrag vereinbart, „dass der Prozess der sozialen und beruflichen Integration junger Menschen nur dann erfolgreich ist, wenn die unterschiedlichen Akteure sich abstimmen und eng und praxisorientiert zusammenarbeiten."
• Die Unterzeichner vereinbarten eine verbindliche Zusammenarbeit mit und in den allgemeinbildenden Schulen der Stadt Offenbach. Da sich Angebote und Maßnahmen an den einzelnen Schulen unterscheiden, musste ergänzend eine Abstimmung in der jeweiligen Schule erfolgen. Für die zeitliche und inhaltliche Einordnung der Angebote wurde die Orientierung am Berufswahlfahrplan empfohlen.

4. Veröffentlichungen:

• Das Regionale Übergangsmanagement hat alle Angebote und Maßnahmen im Über¬gang von der Schule in den Beruf in einem Ordner und im Internet aufgelistet und erklärt. Ergänzend hierzu existieren Tabellen, die eine Übersicht über Aktivitäten und Angebote zur beruflichen Orientierung in jeder Schule der Sek I (außer Gymnasien) und den beruflichen Schulen auflisten und beschreiben. Diese werden aktualisiert bei den Kooperationstreffen der Lehrkräfte und der externen Akteure.
• In den „Elternbotschaften“ werden die Wege in Ausbildung und in die beruflichen Schule beschrieben und Möglichkeiten aufgezeigt, wie Brüche, die im Übergang von der Schule in den Beruf Brüche auftreten, bewältigt werden können. Die Informationen liegen in deutscher, türkischer, italienischer, serbischer und griechischer Übersetzung vor.
• Alle Berichte und Studien des Regionalen Übergangsmanagement sind auf der Homepage der Stadt Offenbach veröffentlicht. Damit ist gewährleistet, dass es einen weiteren Zugriff nach Projektende gibt.
• Die Beiträge der Veranstaltungsreihe „Kompetenzen feststellen“ sind im W. Bertelsmann Verlag unter dem Titel „Berufsorientierung und Kompetenzen“ veröffentlicht. Unter dem Titel „Irgendwann kommt dieser „Klick“ – Offenbacher Produktionsschüler erzählen.
Veröffentlichungen

1 Berichte, Übersichten
Angebotsordner
„Wege ins Berufsleben“ – Angebote und Maßnahmen für junge Menschen
in Offenbach
Berichte Schulabgangsbefragungen
Schulabgangsbefragung - Bericht 2009 (05/2009)
Schulabgangsbefragung - Bericht 2010 (03/2010)
Auswertung Schulabgangsbefragung (03/2011)
Auswertung Schulabgangsbefragung (03/2012)
Berichte zur Offenbacher Schulabsolventenstudie
Bericht zur Vorbereitungsphase (12/2009)
Bericht zur Basiserhebung (07/2010)
Bericht zur zweiten Erhebung (02/2011)
Bericht zur dritten Erhebung (02/2012)
Offenbacher Erziehungs- und Bildungsbericht
Offenbacher Erziehungs- und Bildungsbericht (EBO) 2008
Offenbacher Erziehungs- und Bildungsbericht (EBO) 2009
Offenbacher Erziehungs- und Bildungsbericht (EBO) 2011
Arbeitsberichte
Regionales Übergangsmanagement Arbeitsbericht - Ergebnisse (06/2010)
Regionales Übergangsmanagement Aktivitäten und Ergebnisse (03/2011)
Berichte zu speziellen Themen
Auswertung der Befragung von Bildungsträgern zu Angeboten U 25 SGB II
in Offenbach am Main (06/2010)
Unterrichtsabsentismus in Offenbach am Main - Bericht Juni 2011 (06/2011)
Berufswahlfahrplan einsteigen - mitmachen - ankommen
Fahrplan und Leitfaden für Lehrkräfte, Schüler und Akteure

2 Handreichungen/Bücher/Filme
Handreichung „Individuell fördern, kompetenzorientiert lehren und lernen
ISBN: 978-3-9814800-0-9, 1. Auflage 2011,
Berufsorientierung und Kompetenzen – Methoden – Tools - Projekte
ISBN: 978-3-7639-5088-1, 1. Auflage 2012
Irgendwann kommt dieser „Klick“ - Offenbacher Produktionsschüler erzählen
ISBN: 978-3-00- 040601-0

GirlsDay in Offenbach Film anlässlich 10 Jahre GD in der Stadtverwaltung (05/2011)

3 Flyer/Botschaften
Elternbotschaften - Tipps für Eltern
Ausgabe 01: Ausbildung bring weiter
Ausgabe 02: Wege in der beruflichen Schule
Ausgabe 03: Perspektive Berufsabschluss
Jeweils Auflage 5000 Stück in fünf Sprachen

Ausblick

Die Rahmenbedingungen zur Fortführung der Arbeiten des Regionalen Übergangsmanagement sind günstig. Es bestehen zu den wichtigsten Partnern im Übergang Schule Beruf gute bis sehr gute Kooperationsbeziehungen.
Das Label Regionales Übergangsmanagement wird weiter im Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration geführt werden. Auch wenn angesichts der Haushaltslage der Kommune keine „neuen“ Stellen geschaffen werden können, ist es doch gelungen, alle Personalstellen des RÜM im Amt zu erhalten.
Die strategische und operative Zusammenarbeit aller Akteure vor Ort wird durch ein weiteres Projekt gefördert. Auf diesem Wege wird zugleich die Transparenz und Abstimmung der vielfältigen Angebote der unterschiedlichen Institutionen verbessert. Im Rahmen der Einbindung und engen Kooperation mit der hessenweiten Strategie OloV im Übergang von der Schule in den Beruf kommen Synergien zum Tragen, die die OloV Qualitätsstandards in ihrer Umsetzung in Offenbach befördert sowie die vor Ort bereits existierenden Netzwerke intensiviert. Aufgaben der Datenerhebung sind weiterhin in der Fachgruppe Bildungsmonitoring angesiedelt. Die Schulabgangsbefragung wird fortgeführt.
Im November 2011 wurde die langfristige Perspektive des Steuerungskreises „Übergang Schule - Beruf" vereinbart. Auf Grundlage des Kooperationsvertrages, der hauptsächlich durch das RÜM entwickelt wurde, werden die Vertreter der unterschiedlichen Akteure im Übergangsbereich Verantwortung für die Abstimmung und Weiterentwicklung der kommunalen Strategie übernehmen. Der Kreis der Verantwortlichen wurde erweitert um die Amtsleiterin der VHS, das Projekt „Lernen vor Ort“ und den DGB. In den jährlich stattfindenden Klausurtagen des Steuerungskreises sind auch die Vorsitzenden der Interessensgemeinschaft aller Offenbacher Schulen auf Schulleitungsebene beteiligt. Ab Januar 2013 übernimmt das Regionale Übergangsmanagement die Regionale Koordination von OloV.
Im Rahmen des Projektes wurde ein abgestimmter Katalog mit Qualitätskriterien für Angebote des kommunalen Jobcenters für den U25 Bereich gemeinsam mit persönlichen Ansprechpartnern entwickelt. Die neueren Ausschreibungen der MainArbeit beinhalten bereits einige der erarbeiteten Qualitätskriterien und werden auch weiterhin für Leistungsbeschreibungen und Evaluationen genutzt.

Folgende Handlungsschwerpunkte sind weiter verfolgt worden:

  1. Datenbasis schaffen
  2. Transparenz über Angebote herstellen
  3. Netzwerke und Gremien
  4. Veröffentlichungen

1. Datenbasis herstellen

Im Februar/März 2011 fand bereits die dritte Schulabgangsbefragung statt. Diese Befragung aller Schulabgänger in den Jahrgangsstufen neun und zehn der Haupt-, Real- und Gesamtschulen dient dem Ziel, einen Überblick über die beruflichen Perspektiven der Offenbacher Schüler zu erhalten. Neben Plänen, Wünschen, Einstellungen zur beruflichen Ausbildung werden Beweggründe für gewählte Anschlussperspektiven erfasst. Die Ergebnisse werden mit den Akteuren im Übergang ausgetauscht und besprochen. Sie liefern wertvolle Hinweise und Impulse zu Ausgestaltung ihrer eigenen Angebote. Durch den Vergleich von drei Jahren kann gezeigt werden, dass die Aktivitäten in den Schulen dazu beitragen, dass sich Jugendliche besser auf den Übergang vorbereitet fühlen. Es lässt sich belegen, dass die investierten Mittel zumindest subjektiv Wirksamkeit belegen.
2010 hat der Magistrat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) beauftragt, einen Schulabsolventen-Längsschnitt in der Stadt Offenbach durchzuführen. Der Bericht der ersten Folgebefragung zeigt:

  • Insgesamt hat nur ein kleiner Teil der befragten Offenbacher Jugendlichen unmittelbar nach Beendigung der Schule eine berufliche Ausbildung aufgenommen (15 Prozent). Unter den Jugendlichen, die in eine berufliche Ausbildung gemündet sind, sind verstärkt junge Männer, Jugendliche deutscher Herkunft und Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss anzutreffen.
  • Insgesamt zeigen sich die Auszubildenden in ihrer subjektiven Sicht auf ihre aktuelle Ausbildungssituation sehr zufrieden. Acht von zehn Jugendlichen in Ausbildung beurteilen das Ausbildungsverhältnis als wunschgemäß, sehen einen sehr hohen Nutzen der Ausbildung für ihren weiteren Berufsweg und wurden sich für das gleiche Ausbildungsverhältnis noch einmal entscheiden.
  • Gut die Hälfte der befragten Jugendlichen ging weiter zur Schule. Während der größte Teil der Jugendlichen aus den neunten Abschlussklassen den Schulbesuch an der zuvor besuchten Gesamt-, Real- oder Hauptschule fortsetzte, um den mittleren Schulabschluss zu erwerben, sind Jugendliche der zehnten Klassenstufen überwiegend in schulische Bildungsgänge übergegangen, die zur fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife fuhren.
  • Nach dem Migrationsstatus differenziert, war festzustellen, dass vor allem in Deutschland geborene Jugendliche mit Migrationshintergrund den Schulbesuch fortgeführt hat. Sie sind gegenüber anderen Gruppen weitaus häufiger in die gymnasiale Oberstufe übergegangen.
  • Eine der häufigsten Anschlussstationen für Jugendliche aus den neunten Abschlussklassen bildete die Aufnahme eines berufsvorbereitenden Angebotes. Insgesamt sind über 60 Prozent der Hauptschulabsolventen in berufsvorbereitende Zwischenschritte übergetreten. Der größte Teil der Jugendlichen aus Hauptschulen (41 Prozent) besucht eine zweijährige Berufsfachschule.
  • Jugendlichen mit vorhandenem Migrationshintergrund gelingt es weitaus seltener als Jugendlichen ohne Migrationshintergrund, ihren Plan unmittelbar nach der Schule eine Ausbildung zu beginnen, in die Realität umzusetzen. Vor allem Jugendliche der ersten Zuwanderergeneration mussten häufiger als andere Jugendliche auf alternative Anschlusslösungen ausweichen. Von ihnen konnte nur etwa jeder Zweite den ursprünglichen Ausbildungsplan, auch realisieren.

Die vorliegende Studie zum Unterrichtsabsentismus betrachtet das Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln. Deutlich wird, dass die jungen Menschen bereits in der Grundschule vom Unterricht fernbleiben und dass noch einmal in der Pubertät die Anzahl der Fehltage zunimmt.

Die Sensibilisierung für das Thema war und ist uns ein Anliegen. In der Zwischenzeit hat das Jugendamt der Stadt Offenbach Projektmittel im Rahmen von „Aktiv in der Region“ bewilligt bekommen. Dieses Projekt arbeitet in vier Schulen genau mit der Zielgruppe ab der 7. Klasse. Ziel des Projektes ist es, ein Monitoringsystem aufzubauen, detailliert Zahlen stadtweit und für die einzelnen Schulen zu erheben, und konkret mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, um sie ins Regelsystem Schule wieder zu integrieren.

Von daher ist diese Studie eine Vorarbeit, die dann im Laufe des Jugendamtsprojektes um andere Bausteine erweitert werden kann.

Eine Befragung von Bildungsträgern, die im Auftrag der MainArbeit.Jobcenter der Stadt Offenbach, Angebote für junge Menschen im SGB II-Bezug anbieten, hat vielfältige Ansatzpunkte für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Angebotsstruktur in Offenbach geliefert. Die Erkenntnisse dienen der Verbesserung der Kooperation der beteiligten Akteure und der Steigerung der Wirksamkeit der Maßnahmen für die Jugendlichen in Offenbach. Sie wurden in verschiedenen Zusammenhängen diskutiert. Arbeitsaufträge wurden beschlossen und Ergebnisse diskutiert.

2. Transparenz über Angebote herstellen

Das Herstellen von Transparenz über Angebote, Ansprechpartner und Inhalte von Maßnahmen im Übergang Schule – Beruf haben wir mit dem Ordner „Wege ins Berufsleben – Angebote und Maßnahmen für Jugendliche in Offenbach“ erreicht. Er ist als Angebotskatalog konzipiert, dient als Orientierungshilfe (Ringbuch als Loseblattsammlung) und enthält eine Vielzahl von Aktivitäten zur beruflichen Vorbereitung und Qualifizierung sowie dem Nachholen von Schulabschlüssen. In einer ersten Auflage wurde er an alle Akteure, insbesondere an Schule verteilt und wird in Beratungszusammenhängen eingesetzt. Eine zweite Auflage für Eltern, Migrantenselbstorganisationen (MSO), Vereine und Stadtteilzentren wird gekoppelt mit Besuchen vor Ort, um wichtige Anregungen für die Weiterentwicklung zu erhalten. Der hohe Nutzungsgrad und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben die Nachfrage nach diesem Produkt erhöht.
Die Internetseite www.bildung-offenbach.de, auf der alle Bildungsangebote zu finden sind, wurde bereits im Rahmen des Projektes „Lernende Region“ gestartet. In Zusammenarbeit mit den Projekten Hessencampus, Weiterbildungsberatung und Lernen vor Ort wird die Seite insbesondere für eine benutzerfreundlichere Anwendung überarbeitet und mit einem ansprechenderen Design ausgestattet.

3. Netzwerke und Gremien

Räumliche Nähe, informelle und formelle Vernetzung und spezifisches Know-how geben Anstöße für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit. Im dritten Handlungsfeld unterstützen und initiieren wir den strukturierten Austausch mit dem Ziel verbindlicher Absprachen, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Berufs(aus)bildung gemeinsam zu fördern und regionale Lösungen zu entwickeln. Wir beteiligen uns an Steuerungsrunden, organisieren und veranstalten Workshops und Fachtage, in denen sowohl wissenschaftliche Beiträge als auch konkrete Handlungsansätze ihren Platz finden und diskutiert werden. Einige Beispiele hierfür:

  • Arbeitskreis Jugendberufshilfe
    Das „Regionale Übergangsmanagement“ veranstaltet, koordiniert und moderiert die Treffen des Arbeitskreises Jugendberufshilfe. Zum Arbeitskreis zählen das Staatliche Schulamt und Bildungsträger, die am Übergang von Schule in Beruf an den allgemeinbildenden Schulen tätig sind. Der Arbeitskreis dient dem strukturierten und thematischen Austausch von theoretischem und praktischem Wissen. Referenten halten Impulsreferate, die in der anschließenden Diskussion vertieft werden. Das erste Treffen im Juni 2010 widmete sich dem Themenkreis rund um das Sozialgesetzbuch II und III in Offenbach. In einem zweiten Treffen im Dezember 2010 stand das Thema „Gesundheit“ im Mittelpunkt.
  • Ehrenamtliches Engagement
    Ehrenamtliches Engagement ist eine wichtige Ressource für das Gemeinwesen. Auch am Übergang von der Schule in den Beruf gibt es zahlreiche ehrenamtliche Angebote und Berührungspunkte wie zum Beispiel Patenschaftsprojekte und Hausaufgabenhilfen. Um die verschiedenen Ansätze der einzelnen Akteure kennen zu lernen, veranstaltete das „Regionale Übergangmanagement“ einen strukturierten Erfahrungsaustausch.
    Folgende Fragen standen im Fokus: Auf welche Stadtteile und Sozialräume konzentrieren sich die Akteure? Welchen Zielgruppen gelten die Angebote? Wie setzen sich die Ehrenamtlichen zusammen? Wie viele Menschen arbeiten mit? Wo besteht Abstimmungsbedarf? Wo gibt es Kooperationsmöglichkeiten? Welche Zukunftspläne gibt es? Ergebnis: Erstellung einer Aktivitätenübersicht, Klärung von Schnittstellen, Planung und Umsetzung gemeinsamer Öffentlichkeitsmaßnahmen.
  • Treffen mit Migrantenselbstorganisationen
    Das Sensibilisieren, Mobilisieren und Informieren von interethnischen Netzwerken und das Gewinnen von Multiplikatoren für die Anliegen der Berufs- und Arbeitsweltorientierung in den verschiedenen ethnischen Gemeinschaften kann, so zeigen die praktischen Erfahrungen, die bestehenden Instrumente der Förderung wesentlich wirksamer machen. Das „Regionale Übergangsmanagement“ wendet sich an Migrantenvereine, die Türöffner zu vielen verschiedenen Gruppen sind. Sie stellen eine wichtige Schnittstelle dar, wenn es um die Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern geht.
    Ziel ist es, die Eltern bei der Berufsorientierung der Kinder zu unterstützen, ihnen Brücken zum deutschen Schulsystem zu bauen, Probleme und Bedürfnisse zu erkennen, sie zu informieren und mit ihnen in Dialog zu treten.
  • Workshops Produktionsschulen
    Die vier Offenbacher Produktionsschulen bieten jungen Menschen, die nicht mehr schulpflichtig sind, einen Einstieg in das Berufsleben. In engem Verbund von Arbeiten und Lernen, von betrieblicher Produktion, Schule und pädagogischer Betreuung bieten sie ein fachpraktisches Angebot im Übergangsbereich.
    Die Produktionsschulen beauftragten das „Regionale Übergangsmanagement“ mit Workshops zur konzentrierten Reflexion der eigenen Arbeit. Zum Beispiel wurde mit Hilfe der SOFT-Analyse partizipativ erarbeitet, welche Stärken und Problemfelder die Produktionsschulen bieten und wo sich Verbesserungspotenziale verbergen. Der Workshop bot den Mitarbeitern der Produktionsschulen die Möglichkeit, außerhalb des Tagesgeschehens die bisherige Arbeit zu beurteilen und mit den gewonnenen Erkenntnissen das eigene Konzept weiterzuentwickeln.
    Planung: In den Folgeveranstaltungen sollen Qualitätsmerkmale erarbeitet werden, die für die Nachhaltigkeit der Produktionsschulen wichtig sind.
  • Projekt im Rahmen von § 33 SGB III Berufsorientierung
    Das „Regionale Übergangsmanagement“ unterstützte mit Hilfe des Verfahrens der zielorientierten Projektplanung (ZOPP) das CGIL-Bildungswerk e.V. bei der Neustrukturierung des Projekts JUMINA.
    In mehreren Workshops wurden gemeinsam mit einem externen Trainer messbare Zielsetzungen erarbeitet, Erfolgsindikatoren definiert und wichtige Meilensteine festgelegt. Die auf diese Weise gewonnene Klarheit ermöglicht es allen beteiligten Akteuren, das Projekt besser zu erfassen, konkreter zu gestalten und zielgerichtet umzusetzen.
  • Veranstaltungsreihe „Kompetenzen feststellen“
    Die Veranstaltungsreihe vermittelt Ansätze des ressourcen-orientierten Arbeitens und der Kompetenzfeststellung. Handlungsorientierte Theorie wird mit Erfahrung aus der Praxis zusammengebracht. Impulsreferate führen in das Thema ein. Die Idee für die Veranstaltungsreihe entstand in der Steuerungsgruppe OloV.
    Zu den folgenden Themen fanden Veranstaltungen statt:
    • Standards für Berufsorientierungstests (in Kooperation mit der IHK)
    • Eignungsanalyse (in Kooperation mit der Agentur für Arbeit)
    • Ausbildungsfähigkeit (in Kooperation mit der Handwerkskammer Rhein-Main)
    • Potenzialanalyse (in Kooperation mit der MainArbeit)
    • Kompetenzentwicklung in schwierigen Zeiten (in Kooperation mit der LAG Arbeit
    • Migranten und Kompetenzen
    Ergebnis: Die Veranstaltungsreihe traf auf großes Interesse. An jeder Veranstaltung nahmen 80 bis 110 Teilnehmer teil. Die Beiträge werden im Rahmen der Praxisreihe Perspektive Berufsabschluss veröffentlicht.
  • Fortbildung Kompetenzraster
    In Bezug auf Sprachfähigkeit, Lernvermögen, Lernleistung und Motivation sind die Lehrenden mit einer immer stärker wachsenden Heterogenität unter den Schülerinnen und Schülern konfrontiert. Eine Möglichkeit, um auf diese Problematik angemessen zu reagieren, ist die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler mit einem kompetenzorientierten Ansatz. In drei zweitägigen Seminaren lernten die Teilnehmenden die Methode des Kompetenzrasters kennen. Die Fortbildungsreihe „Individuell fördern, kompetenzorientiert lehren und lernen“ richtete sich an Lehrkräfte, die in der Berufsvorbereitung tätig sind und an Mitarbeitende von Bildungsträgern. Eine Einführung und Zusammenfassung erscheint in einer Broschüre.
  • Kooperation: OloV-Fortbildungsreihe für Lehrende und Schulkoordinatoren
    Gemeinsam mit der Regionalen Koordination OloV aus Stadt und Kreis Offenbach plante das „Regionale Übergangsmanagement“ eine Fortbildungsreihe für OloV-Schulkoordinatorinnen und -koordinatoren sowie Lehrkräfte. Ziel der Reihe war es, die OloV-Qualitätsstandards umzusetzen. Das Institut für berufliche Bildung und Weiterbildung e.V. (ibbw) führte die sechs Seminarmodule durch:
    • Vorstellung Berufswahlfahrplan
    • Übertragen auf schuleigene Curricula
    • Einbindung von Kooperationspartnern
    • Kompetenzfeststellungsverfahren
    • Elternarbeit zur Unterstützung der Berufsorientierung
    • Kriterienkatalog Ausbildungsreife
    • Kooperation: OloV-Fachtage
    Werden Jugendliche gefragt, wer besonders an ihrer Berufswahl beteiligt ist, führen 60 bis 80 Prozent die Eltern an. Eltern nehmen eine Schlüsselrolle ein. Die Kommunikation zwischen Schule und Eltern gelingt jedoch aus vielen Gründen nicht immer gleich gut. Gerade Eltern von Jugendlichen mit Förderbedarf müssten besser in die Kommunikation eingebunden sein. Einer der OloV-Qualitätsstandards widmet sich deshalb speziell der Beteiligung der Erziehungsberechtigten am Berufsorientierungsprozess.
    Zwei Fachtage fanden zum Thema „Eltern-Schule-Betrieb“ statt. Der Fachtag zum Thema „Konzeptionelle Grundlagen zur Praktikumsregelung in Stadt und Kreis Offenbach an allgemein bildenden Schulen“, widmete sich dem Thema Schulpraktika. Gemeinsam abgestimmte Standards werden noch veröffentlicht.
  • Eine Elternveranstaltung zum Übergang Schule Beruf fand mit allen Partner und dem Landtagsabgeordneten Tipi im Saal des Ledermuseums statt.

4. Veröffentlichungen

Neben den oben erwähnten Studien hat das Regionale Übergangsmanagement in der Fachzeitschrift „SchulVerwaltung Spezial“ einen Fachbeitrag zum Thema „Übergänge in Offenbach“ dargestellt.
Zum 10. Girl´s Day in der Stadt Offenbach wurde eine filmische Dokumentation initiiert und unterstützt.
Zum Thema „Elternarbeit“ hat das Regionale Übergangsmanagement mehrsprachige „Elternbotschaften“ entwickelt. Eine erste wurde zum Thema „Ausbildung bringt weiter“ erstellt, weitere folgen.

Ausblick 2011

Die Überarbeitung und Erweiterung der Daten zum Übergang und zur beruflichen Bildung bleiben zukünftig Bestandteil des Erziehungs- und Bildungsberichts der Stadt Offenbach. Die Erweiterung kommunaler Berichterstattung wird durch das Projekt Lernen vor Ort begünstigt. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Themenschwerpunkt Bildungsmonitoring.

Die Produkte und Dokumentationen des Projektes werden auf den Internetseiten www.bildung-offenbach.de und unter www.offenbach.de präsentiert. Die Internetpräsenz soll auf Dauer überarbeitet werden und wird stärker in den Internetauftritt der Stadt integriert. Die Ordner „Wege ins Berufsleben“ sind in den Schulen und in den einschlägigen Beratungseinrichtungen, aber auch in den Migrantenorganisationen Bestandteil der Beratungsprozesse.

Die Schulabgangsbefragung soll nach Projektende von einem Amt übernommen werden. Die Angebote und Maßnahmen der vertieften Berufsorientierung sind klar und transparent strukturiert. Das Berufsorientierungsprogramm ist einheitlich für die Stadt Offenbach realisiert. Die Arbeitskreise Jugendberufshilfe, Jugendmaßnahmen im Bereich SGB II und Produktionsschulen werden weiter bestehen bleiben.

Im September 2011 wird eine Kooperationsvereinbarung zwischen allen relevanten Partnern im Übergang Schule Beruf unterzeichnet.

In der ersten Hälfte der Projektumsetzung haben wir uns hauptsächlich mit den Handlungsschwerpunkten:

 

1. Datenbasis schaffen

2. Transparenz über Angebote herstellen

3 Qualifizierung von Netzwerken und Gremien

 

auseinandergesetzt und eine Reihe von Erfahrungen, Ideen und Expertenlösungen zu Handlungsansätzen von der Praxis für die Praxis erarbeitet.

 

1. Datenbasis herstellen

Aktuelle Daten, die fundierte Erkenntnisse über die jungen Menschen und die Angebote liefern, stellen einen zentralen Ansatzpunkt für viele konkrete Aktivitäten auf lokaler Ebene dar. Anzuführen sind hier die seit 2009 durchgeführten Schulabgangsbefragungen. Diese Befragung aller Schulabgänger in den Jahrgangsstufen acht und zehn der Haupt-, Real- und Gesamtschulen dient dem Ziel, einen Überblick über die beruflichen Perspektiven der Offenbacher Schüler zu erhalten. Neben Plänen, Wünschen, Einstellungen zur beruflichen Ausbildung werden Beweggründe für gewählte Anschlussperspektiven erfasst. Die Ergebnisse werden mit den Akteuren im Übergang ausgetauscht und besprochen. Sie liefern wertvolle Hinweise und Impulse zu Ausgestaltung ihrer eigenen Angebote.

Mit dem Übergangspanel (durchgeführt durch das Deutsche Jugendinstituts (DJI), Schulabsolventen-Längsschnittuntersuchung) wird ein neuartiges Instrument eingesetzt, um differenziertes Wissen über die Wege der Jugendlichen von der Sekundarstufe I in Ausbildung und weiterführende Bildungsgänge in berufliche und allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe II zu erlangen.

Mit einer Befragung zum Unterrichtsabsentismus haben wir uns dem Problem des „Schuleschwänzens“ gewidmet. Zwar ist in pädagogischen Kreisen dieses Phänomen seit langem bekannt, verschiedene Indikatoren deuten jedoch darauf hin, dass die Zahl der davon betroffenen Kinder und Jugendlichen zunimmt. Um Ausmaß und Formen des Problems in Offenbach zu eruieren, haben wir in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Schulamt für Landkreis und Stadt Offenbach eine Studie in Auftrag gegeben, die von der INBAS-Sozialforschung GmbH durchgeführt wird. In einer ersten Stufe wurden die Schulleitungen von zehn weiterführenden Schulen befragt, eine detaillierte Sicht auf die Problemlagen zu geben, um Aufschluss über Beweggründe zu erhalten. In der zweiten Stufe werden die gewonnenen Aussagen durch weitere Perspektiven ergänzt, die durch Befragung des Stadtschulamtes, des Jugendamts und der Polizei hinzukommen.

Eine Befragung von freien Trägern der Wohlfahrtspflege, die im Auftrag der

MainArbeit, Angebote für junge Menschen im SGB II-Bezug anbieten, hat vielfältige  Ansatzpunkte für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Angebotsstruktur in Offenbach geliefert. Die Erkenntnisse dienen der Verbesserung der Kooperation der beteiligten Akteure und der Steigerung der Wirksamkeit der Maßnahmen für die Jugendlichen in Offenbach.

 

2. Transparenz über Angebote herstellen

Das Herstellen von Transparenz über Angebote, Ansprechpartner und Inhalte von Maßnahmen im Übergang Schule – Beruf haben wir mit dem Ordner „Wege ins Berufsleben – Angebote und Maßnahmen für Jugendliche in Offenbach“ erreicht. Er ist als Angebotskatalog konzipiert, dient als Orientierungshilfe (Ringbuch als Loseblattsammlung) und enthält eine Vielzahl von Aktivitäten zur beruflichen Vorbereitung und Qualifizierung sowie dem Nachholen von Schulabschlüssen. In einer ersten Auflage wurde er an alle Akteure, insbesondere an Schule verteilt und wird in Beratungszusammenhängen eingesetzt. Eine zweite Auflage für Eltern, Migrantenselbstorganisationen (MSO), Vereine und Stadtteilzentren wird gekoppelt mit Besuchen vor Ort, um wichtige Anregungen für die Weiterentwicklung zu erhalten. Der hohe Nutzungsgrad und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben die Nachfrage nach diesem Produkt erhöht.

Die Internetseite „bildung-offenbach.de“, auf der alle Bildungsangebote zu finden sind, wurde bereits im Rahmen des Projektes „Lernende Region“ gestartet. In Zusammenarbeit mit den Projekten Hessencampus, Weiterbildungsberatung und Lernen vor Ort wird die Seite insbesondere für eine benutzerfreundlichere Anwendung überarbeitet und mit einem ansprechenderen Design ausgestattet.

 

3. Qualifizierung von Netzwerken und Gremien

Räumliche Nähe, informelle und formelle Vernetzung und spezifisches Know-how geben Anstöße für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit. Im dritten Handlungsfeld unterstützen und initiieren wir den strukturierten Austausch mit dem Ziel verbindlicher Absprachen, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Berufs(aus)bildung gemeinsam zu fördern und regionale Lösungen zu entwickeln. Wir beteiligen uns an Steuerungsrunden, organisieren und veranstalten Workshops und Fachtage, in denen sowohl wissenschaftliche Beiträge als auch konkrete Handlungsansätze ihren Platz finden und diskutiert werden. Einige Beispiele hierfür:

OloV-Steuerungsrunde: Erstellung eines Berufswahlfahrplans für die Stadt und den Kreis Offenbach, Organisation von Lehrerfortbildungen und Fachtagen zu Schwerpunktthemenm die Ausbildungsreife, Ausbildungsplatzakquise sowie Matching und Vermittlung in Ausbildung zu unterstützen.

Mit der Veranstaltung Ausbildungsbegleitung – Ausbildungsabbruch verhindern, konnten die regionalen Akteure, die in diesem Bereich Unterstützung anbieten, zusammengebracht und der Grundstein für ein transparentes und abgestimmtes Handeln im Rahmen der Ausbildungsbegleitung gelegt werden.

Diverse Workshops zum Austausch der Bildungsträger und Berufsschulen über die Qualifizierungsmaßnahmen, die den Zugang zum Ausbildungsmarkt vorbereiten sollen, wurden durchgeführt.

Ein positives Beispiel und hessenweit vorzeigbares Modell sind die Produktionsschulen Offenbach. Sie ergänzen qualitativ und quantitativ das Angebot berufsvorbereitender Maßnahmen, in dem sie sich, anders als andere Maßnahmetypen, einer speziellen Methodik und Didaktik bedienen. Die Reflexion ihrer Tätigkeiten unter der Anwendung einer speziellen Methode (SOFT-Analyse) führte zur gemeinsamen Erarbeitung von konkreten Verbesserungsvorschlägen in der Umsetzung und der qualitativen Aufwertung der Maßnahmen.

Mit dem Verfahren der „Zielorientierten Projektplanung (ZOPP)“ zur Planung und Auswertung von Projektverläufen konnte in Zusammenarbeit mit dem CGIL-Bildungswerk, einem gemeinnützigen Träger in Offenbach, das Projekt „JUMINA“ (Junge Migranten in Ausbildung) „neu“ strukturiert werden. Projektziele wurden eindeutig gefasst, Indikatoren, Meilensteine festgelegt.

Die Kompetenzagentur Offenbach, als Projekt der Berufswegebegleitung im Rahmen der Initiative JUGEND STÄRKEN, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unterstützen wir in Form von Beratung und Erarbeitung einer Projektstruktur, die konkrete Arbeitspakete für die Mitarbeiter bereitstellt und eine Projektdokumentation und Evaluation ermöglicht.

Mit der im Februar 2010 gestarteten Veranstaltungsreihe „Kompetenzen feststellen“ wird handlungsorientierte Theorie in die Praxis gebracht. Die jeweils halbtägigen Seminare sind thematisch unterschiedlich ausgerichtet (Standards für Berufsorientierungstests, Eignungsanalyse, Ausbildungsfähigkeit, Potenzialanalyse) und bestehen einerseits aus einem wissenschaftlichen Vortrag als theoretischem Input und andererseits aus Praxisbeispielen, die sich an der Offenbacher Realität orientieren. Im Ergebnis erreichen wir pro Veranstaltung 70 -100 Fachleute und positive Rückmeldungen.

 

 

Ausblick 2010

In der zweiten Hälfte unserer Projektlaufzeit möchten wir die Erstellung eines präventiven Gesamtkonzepts für den Übergang Schule in Beruf, welches fachbereichs- und institutionsübergreifend Zusammenarbeit und Vernetzung ermöglicht, vorantreiben.

Verbindliche und transparente Kommunikations- und Kooperationsstrukturen sollen hergestellt werden, die Zuständigkeiten festlegen und Verantwortung generieren.

Unter Berücksichtigung des gesellschaftlichen Wandels in Offenbach müssen die Schwerpunktthemen: Qualität, Migration und Gender in die einzelnen Handlungsebenen mit einbezogen werden. Vorhaben im einzelnen:

 

Existenzgründungsmodule in EIBE-Klassen in Zusammenarbeit mit KIZ gemeinnützige Projektgesellschaft mbH verankern. Die Förderung von „Unternehmergeist“, als wichtiges Ziel, auf das sich die Europäische Union verständigt hat, soll aufgebaut werden.

 

Veranstaltungen mit der OloV-Steuerungsrunde zu dem Thema Elternarbeit sind in Planung. Die Auseinandersetzung mit Ansätzen zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Schule und Eltern, der Optimierung der Informationsmaterialien zur Berufsorientierung und zum Übergang und der Stärkung einer Rückmeldekultur zwischen Lehrenden und Familien.

 

Gemeinsam mit Netzwerkpartnern arbeiten wir an einem Elternhandbuch zum Übergang Schule in Beruf, um die wichtigsten Informationen für Eltern in Offenbach zu transportieren.

Die Kontakte zu den Offenbacher Migrantenselbstorganisationen werden durch Besuche und gemeinsame Veranstaltungen weiter ausgebaut.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung