Leipzig
MoNA Leipzig, Sachsen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-30.06.2012


Kontakt

Technologie- und Berufsbildungszentrum Leipzig gGmbH
Friederikenstraße 60
04279 Leipzig

 


Die Situation auf dem lokalen sächsischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Viele junge Erwachsene beenden die Schule ohne Schulabschluss, mit fehlender beruflicher Perspektive oder starten ungelernt ins Arbeitsleben. Die Folgen sind steigende Zahlen im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit, Erhöhung von Folgekosten im Bereich des SGB II, III und VIII sowie ein wachsendes Maß an Frustration und Resignation bei den jungen Erwachsenen. Betroffen sind dadurch auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Region Leipzig. Schon heute behindern in vier von zehn sächsischen IHK Unternehmen fehlende Fachkräfte den Produktions- bzw. Arbeitsablauf, davon in jedem zehnten sogar stark. Die Anforderungen an das Qualifikationsniveau der unbesetzten Stellen sind weiter unverändert hoch. Besonders nachgefragt werden Facharbeiterinnen und Facharbeiter, jede zweite offene Stelle ist dafür ausgelegt. Durch das Vorhaben „abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung (MoNA)“, sollen junge Erwachsene die Möglichkeit erhalten, einen anerkannten Berufsabschluss zu erlangen. Zur Zielgruppe zählen vor allem junge Menschen mit besonderem Förderbedarf, beispielsweise lernbeeinträchtige oder sozial benachteiligte Jugendliche sowie Jugendliche ohne Hauptschulabschluss mit und ohne Migrationshintergrund, aber auch Erwerbstätige die in Kooperation mit ihrer Arbeitsstätte nachqualifiziert werden können.

Ein wichtiges Ziel des Vorhabens ist es, Konzepte und Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten zu bündeln. Hierbei greift der Vorhabenkoordinator, das „tbz- Leipzig“, auf Erfahrungen aus dem QAB Projekt (Qualifizierung Arbeitsloser ohne Berufabschluss zu einem anerkannten Berufsabschluss) zurück. Eine weitere Aufgabe von „MoNA“ besteht darin, Netzwerk- und Unterstützungsstrukturen zur Beratung von Betrieben bzw. der Arbeitsverwaltung sowie die Verankerung dieser Strukturen in der Region Leipzig aufzubauen. Hier sollen durch ein bedarfsgerechtes Beratungsangebot für Betriebe, Erwerbstätige ohne Berufsabschluss und Arbeitssuchende, Anreize geschaffen werden, die modulare Nachqualifizierung zum Erwerb des Facharbeiterzeugnisses zu nutzen. Zudem soll durch den Aufbau enger Netzwerke zu Migrationsverbänden der Zugang zu beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten für Migrantinnen und Migranten erleichtert und eine damit verbundene Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung dieser Zielgruppe angestrebt werden.

An erster Stelle steht die Sensibilisierung der Betriebe für die modulare Nachqualifizierung. Hier geht es vor allem um eine optimale Koordination zwischen Betrieben, Teilnehmenden, der Arbeitsverwaltung und den gemäß der Berufsbildung zuständigen Stellen (BBiG), um die Rahmenbedingungen für die Nachqualifizierung zu verbessern. Angedacht sind der Aufbau einer zentralen Steuerungsstelle und die Moderation eines regionalen Netzwerkes sowie die Einbindung bestehender Arbeitskreise in der Region Leipzig. Weiterhin werden geeignete Verfahren und Handreichungen entwickelt, um klare Aussagen zu erhalten, welche Module als Vorleistungen anerkannt werden und welche während der Nachqualifizierung zu absolvieren sind. Zudem sollen verschiedene Beratungsinstrumente für Unternehmen und Betriebe entwickelt werden, um eine bessere Einbindung und Betreuung zu gewährleisten. Die im Ausland erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten von potentiellen Teilnehmenden sollen stärker berücksichtigt und dadurch die Nachqualifizierung verkürzt werden. Die Arbeit im Vorhaben wird also auch einen Beitrag zur Ermittlung und Bewertung beruflicher Vorleistungen leisten. Gleichzeitig sollen auch die Zugänge zur Externenprüfung vereinfacht werden. Durch ein strategisches und kooperatives Zusammenwirken der regional tätigen Arbeitsmarktakteure, insbesondere Kammern, Unternehmen, Unternehmensverbände, Gewerkschaften, Träger der Arbeitsförderung / Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende, Bildungsträger, kommunale beziehungsweise regionale Wirtschaftsförderung sollen die vorhandenen Förderinstrumente stärker als bisher zur abschlussbezogenen Nachqualifizierung und erfolgreichen Teilnahme an der Externenprüfung in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen genutzt werden. Zu nennen sind hier zum Beispiel der Arbeitsentgeltzuschuss für Arbeitgeber für die berufliche Qualifizierung Ungelernter (§ 235 c des SGB III), der Qualifizierungszuschuss für jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (§ 421o SGB III), Fördermöglichkeiten des § 16 Abs. 1 SGB II, Regelungen in Landesweiterbildungsgesetzen und Regelungen in Tarifverträgen sowie Betriebsvereinbarungen.

Ergebnisse

Das Projekt "MoNA - Abschlussorientierte Modulare Nachqualifizierung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss" wurde vom Technologie- und Bildungszentrum Leipzig (tbz) in der Stadt und Region Leipzig erfolgreich umgesetzt. Folgende Projekterfahrungen und -ergebnisse sind besonders hervorzuheben:

  • Aufbau eines Nachqualifizierungsnetzwerks in der Region Leipzig.
  • Implementierung eines transparenten Service- und Beratungssystems, das auf Nachqualifizierung bezogene Dienstleistungen erbringt, sowie arbeitsmarktorientierte Entwicklung von Instrumenten und Materialien, die den Beratungsprozess unterstützen.
  • Fokussierung der Angebotsentwicklung auf den Bedarf der regionalen Branchen und Unternehmen. Darüber hinaus Entwicklung von Angeboten speziell für den Bereich der "grünen Berufe".
  • Entwicklung eines Internet-Portals zur modularen Nachqualifizierung in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Leipzig.
  • Intensive Öffentlichkeitsarbeit zur regionalen Verankerung des Themas Nachqualifizierung.
  • Umfassende Bearbeitung der Querschnittsthemen Gender und Cultural Mainstreaming; Mitarbeit in den für diese Themen relevanten städtischen und regionalen Gremien und Kooperation mit dem Begleitprojekt "Mit MigrantInnen für MigrantInnen".

Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt 2011 war die konsequente Weiterführung der Netzwerkarbeit. Hierzu gehörten u.a. die Pflege und die Weiterführung des Ausbaus des Netzwerkes Nachqualifizierung mit Bildungsdienstleistern, Beratungsstellen, Unternehmen und Verbänden. Ziel ist die nachhaltige Weiterführung der Nachqualifizierung in Leipzig und Umgebung mit Arbeitsabsprachen, gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit, Besprechungen in Arbeitsgruppen, Infoveranstaltungen u.a. So konnten im Jahr 2011 mit TDE Böhlen, Pro Dialog e.V., Internationale Frauen e.V., ISBV e.V., DEKRA Akademie und dem ZEOK e.V. sechs neue Mitglieder gewonnen werden. Darüber hinaus sind eingebunden die Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Leipzig und Nordsachsen (z.B. durch gemeinsame Sitzungen der Arbeitsgruppe Bildungsträger) oder auch die Initiierung der Arbeitsgruppe "Weiterbildung in Unternehmen" des Verbandes der Sächsischen Bildungsinstitute.

Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt 2011 war die Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu gehören u.a. bisher

  • die Umsetzung von Best-Practice-Beispielen mit unterschiedlichen Zielgruppen (Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) und Förderungen (mit Bildungsgutschein, dem Einzelbetrieblichen Förderverfahren oder Bildungsprämie) bei den verschiedenen zuständigen Stellen - wie IHK, HWK, LfULG oder der Rechtsanwaltskammer;
  • Vorträge auf Messen - z.B. 03/2011 Messe INTEC, 10/2011 Pflegemesse HomeCare Leipzig, 09/2011 FLORASAX;
  • Zeitschriftenbeiträge in: Leipziger Volkszeitung, der IHK (Wirtschaft), Handbuch zur Woche der Weiterbildung 2011;
  • Präsentation des Projektes MoNA zum IHK-Weiterbildungstag 03.09.2011;
  • Einzelberatungen von Unternehmen und Verbänden, von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit der Arbeitsverwaltung und den für die Berufsbildung zuständigen Stellen;
  • die Teilnahme an sieben Fachmessen in Leipzig mit einem eigenen MoNA-Stand, um so den Bekanntheitsgrad des Projektes zu steigern;
  • zu den jeweiligen Fachmessen wurden Wandkalender verteilt, die als Werbeträger für das Projekt MoNA fungieren.

Den dritten Schwerpunkt der Arbeit stellt die Festigung von Nachqualifizierungsangeboten in der Region Leipzig dar. Hierzu gehören u.a. die Weiterentwicklung von Schulungsmaterial zur Nachqualifizierung für Unternehmen und Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit den Themen Förderung, Verfahren der Nachqualifizierung, Partner etc., eine Recherche zu Fördermöglichkeiten und Erstellung einer Übersicht zu nutzbaren Förderinstrumenten oder auch Anlaufstelle zu sein für Interessenten des von der Bundesagentur für Arbeit initiierten Programms IFLAS – Initiative zur Flankierung des Strukturwandels – und Entwicklung zertifizierter Angebote durch Leipziger Bildungsdienstleister. Am 30.08.2011 fand hierzu eine konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe Nachqualifizierung beim Verband der sächsischen Bildungsinstitute im tbz Leipzig statt.

Einen weiteren Schwerpunkt in der Arbeit 2011 bildete die Zusammenarbeit mit der MOZAIK gGmbH, die ihren Fokus auf die Förderung der beruflichen Qualifikation und Integration von Migrantinnen und Migranten gesetzt hat. Hierbei soll die verstärkte Ansprache und Einbindung von Migranten und Migrantinnen in das Projekt MoNA erreicht werden. Höhepunkt dabei war die 4. Integrationsmesse Leipzig am 26.05.2011, die unter dem Motto „Bildungs- und Arbeitsmarktpotenziale nutzen“ stand und als Fachaustausch angelegt war.

An dieser Stelle soll auch ganz besonders auf die Zusammenarbeit mit dem programmweiten Begleitprojekt "Mit MigrantInnen für MigrantInnen" hingewiesen werden, wo in fachlichen Austauschen gute Ansätze für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Projekt MoNA entwickelt wurden. Dazu zählt auch die Weiterführung des Schulungskonzeptes für Bildungsbeauftragte im Umfang von ca. 15 Schulungseinheiten zu den Themen

  • Netzwerkarbeit,
  • Schul- und Bildungssystem Deutschlands,
  • Anerkennung und Gleichstellung ausländischer Abschlüsse,
  • Beratungsstellen für Bildungsthemen,
  • Nachqualifizierung und Weiterbildung von Menschen mit Migrationshintergrund gemeinsam mit dem Projektkoordinator (MOZAIK gGmbH).

Es sind zum derzeitigen Stand Arbeitsgrundlagen der Nachqualifizierung geschaffen worden. Ziel ist es jetzt, das Projekt einem breiten Publikum zu erschließen, um somit einen hohen Bekanntheitsgrad sicherzustellen. In Industrie und Handwerk ist der immer lauter werdende Ruf nach gut qualifizierten Fachkräften unüberhörbar, Fachkräftemangel ist derzeit in aller Munde. Es gilt jetzt, das vorhandene Potenzial, welches in der Gruppe der Gering- oder Nichtqualifizierten steckt, zu aktivieren und damit den Wirtschaftsunternehmen zur Verfügung stellen zu können.

 

Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt ist die Durchführung der Netzwerkarbeit. Hierzu gehören u.a. bisher die Initiierung des Netzwerkes Nachqualifizierung mit Bildungsdienstleistern, Beratungsstellen, Unternehmen und Verbänden. Ziel ist nachhaltige Weiterführung der Nachqualifizierung in Leipzig und Umgebung mit Arbeitsabsprachen, gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit, Besprechungen in Arbeitsgruppen, Infoveranstaltungen u.a. Darüber hinaus sind eingebunden die Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Leipzig und Nordsachsen (z.B. durch gemeinsame Sitzungen der Arbeitsgruppe Bildungsträger) oder auch die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe `Weiterbildung in Unternehmen` des Verbandes der Sächsischen Bildungsinstitute.

Ein zweiter Arbeitsschwerpunkt ist die Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit. Hierzu gehören u.a. bisher die Umsetzung von Best-Practise-Beispielen mit unterschiedlichen Zielgruppen (Unternehmen, ArbeitnehmerInnen) und Förderungen (mit Bildungsgutschein, dem Einzelbetrieblichem Förderverfahren oder Bildungsprämie) bei verschiedenen zuständigen Stellen – wie IHK, HWK, LfULG oder der Rechtsanwaltskammer,  Vorträge auf Messen – z.B. Pflegemesse Herbst 2009, bauenLeipzig 2010, Zeitschriftenbeiträgen in Leipziger Volkszeitung, der IHK (Wirtschaft), eine Jahrestagung in der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig Herbst 2009, Einzelberatungen von Unternehmen und –verbänden, von Arbeitnehmerinnen und -nehmern, mit der Arbeitsverwaltung und den für die Berufsbildung zuständigen Stellen.

Den dritten Schwerpunkt der Arbeit stellt die Initiierung von Nachqualifizierungsangeboten in der Region Leipzig dar. Hierzu gehören u.a. bisher die Entwicklung von Schulungsmaterial zur Nachqualifizierung für Unternehmen und ArbeitnehmerInnen) mit den Themen Förderung, Verfahren der Nachqualifizierung, Partner etc., eine Recherche zu Fördermöglichkeiten und Erstellung einer Übersicht zu nutzbaren Förderinstrumenten oder auch Anlaufstelle zu sein für Interessenten des von der Bundesagentur für Arbeit initiierten Programms IFLAS – Initiative zur Flankierung des Strukturwandels – und Entwicklung zertifizierter Angebote durch Leipziger Bildungsdienstleister. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildet die von MoNA initiierte Arbeitsgruppe Nachqualifizierung am Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Hier ist es gelungen, modulare Nachqualifizierung in den Berufen Hauswirtschafter/in, Gärtner/in in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, Landwirt und Fachkraft Agrarservice zu entwickeln. Diese wurden vom Berufsbildungsausschuss für eine einheitlich, sachsenweite Anwendung empfohlen und finden derzeit Anwendung in dem vom SMWA initiierten Programm QAB 2.

Besonderes Augenmerk liegt im Projekt „MoNA“ auf junge Erwachsene mit Migrationshintergrund. Der Ausländeranteil ist in Bezug zu den ostdeutschen Großstädten in Leipzig am höchsten. Ende 2008 wohnten in Leipzig von 515.469 Einwohnern rund 33 500 Menschen mit einem ausländischen Pass und weitere rund 15 000 Personen mit einem Migrationshintergrund in Leipzig. Diese Aufgabe wird umgesetzt durch u.a. die Teilnahme mit Stand und Fachvortrag zur Migrationsmesse 5/2009, Flyer zur Nachqualifizierung in arabisch, russisch, vietnamesisch, Initiierung von Nachqualifizierungs-Maßnahmen mit Kooperationspartnern des Netzwerkes – z.B. dem Bildungszentrum des Sächsischen Handels und dem Verein der Vietnamesen in Leipzig e.V. (Herr BUI Quang Huy), Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Ausbildung und Arbeit des Netzwerkes Integration Migranten in Leipzig  auch Vorträge auf Fachtagungen (z.B. „Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten – Chancen und Potentiale für Leipzig“)

Zur Halbzeit des Programms sind wesentliche Arbeitsgrundlagen der Nachqualifizierung geschaffen worden. Nun gilt es, durch eine gemeinsame Arbeit aller Partner des Netzwerkes Nachqualifizierung für die Region Leipzig die Thematik der Nachqualifizierung an die Zielgruppe – also Unternehmen und Arbeitnehmer/innen bzw. Arbeitslose heranzutragen. Die Potentiale und Chancen der Nachqualifizierung sind enorm vor dem Hintergrund einer sich derzeit abzeichnenden wirtschaftlichen Erholung und der Nichtbesetzung offener Lehrstellen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennen sich, eine Einarbeitung im Unternehmen entfällt. Zugleich motivieren Arbeitgeber ihre Beschäftigen, wenn sie sie beim Erwerb des Berufsabschlusses unterstützen.

Nachqualifizierung schafft Mehrwert für die ganze Region Leipzig.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung