Berlin
SANQ - Serviceagentur Nachqualifizierung Berlin, Förderlaufzeit: 01.05.2008-30.06.2012


Kontakt

Geschäftsstelle SANQ e.V.
Dr. Petra Hübner / Harald Baumann
Lützowstr. 106
10785 Berlin

Tel.:  030-81856-110
Fax:  030-81856-111
E-Mail: huebner@sanq.de / baumann@sanq.de
 www.sanq.de


Der Fachkräftemangel in Berlin ist inzwischen in vielen Branchen offenkundig. Er betrifft neben den Bereichen Erziehung und Pflege auch den Dienstleistungssektor und das Handwerk. Nach der aktuellen Fachkräftestudie der Länder Berlin und Brandenburg werden in zehn Jahren in der Region mehr als 362 000 Fachkräfte fehlen. Im besonderen Maße werden das auch Facharbeiter/ Facharbeiterinnen bzw. Fachangestellte sein.

Demgegenüber gibt es in Berlin nach wie vor überdurchschnittlich viele An- und Ungelernte bzw. Personen deren Qualifikation nicht den aktuellen beruflichen Anforderungen entspricht. Eine große Gruppe stellen die jungen Migrantinnen und Migranten dar, die mit 41 Prozent in ihrer Altersgruppe über keine Berufsqualifikation verfügen. Es ist daher dringend erforderlich, die Strukturen und das Angebot zum Nachholen von Berufsabschlüssen in der Region zu verbessern.

SANQ verfolgt das Ziel, mit den Agenturen für Arbeit bzw. Jobcentern und den zuständigen Stellen die modulare Nachqualifizierung „als dritten Weg“ zum Berufsabschluss abzustimmen und dafür die Verfahren bzw. Qualitätsstandards festzulegen. Weiterhin werden Betriebe über die daraus resultierenden Chancen zur Fachkräftegewinnung informiert und beraten.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Bildungsträgern, die entsprechend der regionalen Bedarfe modulare Nachqualifizierungen für die verschiedenen Zielgruppen konzeptionell gestalten und anbieten müssen. Um das Bildungsangebot bei An- und Ungelernten bekannt zu machen, wird neben der öffentlichen Werbung eine enge Zusammenarbeit mit den bestehenden Beratungsstellen für berufliche Qualifizierung und Weiterbildung angestrebt. Im Fokus stehen auch die Zielsetzungen zu Gender und Cultural Mainstreaming, das heißt, dass zielgruppenspezifischen Aspekten des Lernens und des Qualifikationserwerbs verstärkt Rechnung getragen wird.

SANQ baut ein Informationssystem auf, das für Institutionen, Beratungseinrichtungen, Bildungsträger und Betriebe zur Verfügung steht. Hierzu gehören Informationsangebote wie z.B. Publikationen, Infomaterialien und die Website www.sanq-berlin.de. Durch die Beratung bzw. Schulung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen wird die Nachhaltigkeit der Aktivitäten im Projekt verstärkt.

Es erfolgen Abstimmungen mit den Stellen der Arbeitsförderung und den Kammern/Innungen etc. zu den Rahmenbedingungen, den Finanzierungswegen - z.B. über SGB II/III - und die Zulassung zur Externenprüfung. Durch eine Kooperation mit Betrieben werden Personalverantwortliche über die Umsetzungsmöglichkeiten betrieblicher Nachqualifizierungsmaßnahmen informiert und bei Bedarf unterstützt. Von den Bildungsträgern werden vor allem zielgruppenspezifische Konzepte - z.B. für Frauen, Migranten und Migranteninnen, Alleinerziehende, Berufsrückkehrer und -rückkehrerinnen - entwickelt und angeboten.

SANQ baut ein offenes, regionales Trägernetzwerk auf, dass sich aus Bildungs- und Qualifizierungsträgern (z.T. mit branchenspezifischen Angeboten), Zielgruppenberatungseinrichtungen sowie Stellen für Weiterbildungsberatung zusammensetzt. Das Netzwerk strebt den Status eines Qualitätsverbundes mit einheitlichen Standards zur Umsetzung von Nachqualifizierung an – sprich die Einführung eines „Gütesiegels NQ“.

Ergebnisse

In der 4-jährigen Projekt-Laufzeit wurden folgende übergreifenden Ziele verfolgt:
Es wurden wichtige Strukturen für die Implementierung der "abschlussorientierten, modularen Nachqualifizierung" in das System der beruflichen Bildung sowie in die Förderpraxis der BA/JC über SGB III/II (FbW - Regelförderung) initiiert.
Hierzu wurden u. a.

  • ein Trägernetzwerk mit ca. 30 Mitgliedern - kleinere und größere Bildungsträger sowie weiteren Kooperationspartnern (öffentliche Verwaltung, MO, Unternehmerverbände, Sozialpartner, Fraueninitiativen etc.) aufgebaut,
  • die Angebotspalette regionaler NQ ausgebaut,
  •  Kooperation und Transfer mit dem Projekt "leap" der 2. Förderrunde in Berlin,
  •  Rechercheaufträge über den Bedarf an NQ in Betrieben und bei verschiedenen Migrantengruppen und zur Notwendigkeit zielgruppenspezifischer Unterstützungsleistungen durchgeführt und auf der Webseite veröffentlicht,
  • ein abgestimmtes Konzept der NQ (5 Schritte zum Berufsabschluss) etabliert, das auf mehr als 40 Berufe übertragen wurde,
  • die Abstimmung des Zulassungsverfahrens mit Kammern und Innungen/sonst. zuständigen Stellen in Vereinbarungen festgelegt,
  • Instrumente zur Kompetenzfeststellung/fachlichen Feststellung und deren Dokumentation in einem personenbezogenen Portfolio für die Zulassung zur Externenprüfung eingeführt,
  • Verbindliche Standards für die Umsetzung von NQ mit beteiligten Akteuren abgestimmt,
  • die Finanzierungsmöglichkeiten für NQ-Angebote mit der Regionaldirektion, den Agenturen f. Arbeit (3) und den Jobcentern (12) abgeklärt und Aktivitäten des Informationstransfers in die Verwaltungsebenen vereinbart,
  • Beratungen von Multiplikatoren zu NQ durchgeführt,
  • Information und Beratung von Bildungsinteressierten und Bildungsverantwortlichen von Betrieben geleistet,
  • Öffentlichkeitsarbeit u. a. über Projekthomepage, Printprodukte, Presse, Radio, TV und Fachveranstaltungen, Artikel in den 2 Bänden der Praxisreihe der NQ, Verknüpfung mit regionalen Datenbanken - Weiterbildungsdatenbank Berlin und KURSNET

Das Projekt hat mit seinen Kooperationspartnern wichtige Entwicklungen, Produkte und Meilensteine zur regionalen bzw. auch überregionalen Verbreitung von NQ realisiert.

Ausblick:

Zentrales Ziel auch nach Projektende bleibt es, den Fortbestand des Bildungsträgernetzwerkes unter Einbeziehung anderer Finanzierungsmöglichkeiten in einer trägerübergreifenden Nachfolgekonstruktion dauerhaft zu sichern. Dies ermöglicht den Fortbestand des "SANQ-Gütesiegels" und den Ausbau des NQ-Angebots.

Seit Mitte 2008 wurden vielfältige Aktivitäten zur Implementierung der „Abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung“ auf den Weg gebracht. Dies betrifft zum einen die Verankerung des Bildungsansatzes im System der beruflichen Weiterbildung und zum anderen die Förderung der Arbeitsagenturen/Jobcenter über SGB III/II (FbW-Regelförderung).

Es wurde bzw. wurden

  • ein Trägernetzwerk mit zurzeit 30 Mitgliedern - kleinere und größere Bildungsträger sowie weitere Kooperationspartner (Vertreter der öffentlichen Verwaltung, Migrantenorganisationen, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, Fraueninitiativen etc.) – aufgebaut;
  • die Bedarfe von Nachqualifizierung in Betrieben und bei verschiedenen Migrantengruppen bzw. die Notwendigkeit zielgruppenspezifischer Unterstützungsleistungen erhoben;
  • ein abgestimmtes Konzept der Nachqualifizierung (5 Schritte zum Berufsabschluss) etabliert, das mithilfe der Mitglieder inzwischen auf mehr als 40 Berufe übertragen wurde;
  • die Abstimmung des Zulassungsverfahrens mit Kammern und Innungen sowie sonstigen zuständigen Stellen in Vereinbarungen festgelegt;
  • Instrumente zur Kompetenzfeststellung/fachlichen Feststellung und deren Dokumentation in einem personenbezogenen Portfolio für die Zulassung zur Externenprüfung eingeführt;
  • verbindliche Standards für die Umsetzung von „Abschlussorientierter modularer Nachqualifizierung“ mit beteiligten Akteuren abgestimmt;
  • die Finanzierungsmöglichkeiten für NQ-Angebote mit der Regionaldirektion, den Arbeitsagenturen (3) und den Jobcentern (12) abgeklärt und Aktivitäten des Informationstransfers in die Verwaltungsebenen vereinbart;
  • die Zusammenarbeit mit dem Partnerprojekt leap vorangetrieben;
  • Beratung und Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den regionalen Beratungsstrukturen (z.B. Lernläden, Weiterberatungsstellen) zu Nachqualifizierung durchgeführt;
  • Information und Beratung von Bildungsinteressierten und in Betrieben;
  • Öffentlichkeitsarbeit geleistet über Internet-Auftritt www.sanq-berlin.de , Printprodukte wie Inforeihe I - III, Presse, Radio, TV und Fachveranstaltungen/Fachgespräche.

Im Sinne einer nachhaltigen strukturellen Verankerung von Nachqualifizierung erfolgte eine Einbindung in die regionalen Informationssysteme zu beruflicher Weiterbildung sowie auch der „Koordinierungs- und Evaluierungsstelle für Bildungsberatung in Berlin“. Alle Aktivitäten von SANQ werden auch mit dem NQ-Projekt Leap „Zukunft im Zentrum“ und soweit sinnvoll mit den Projekten im Bundesland Brandenburg abgestimmt.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung