Best practice-Projekt „Berufswahl-Lotsen“ RÜM Laatzen
Das im Rahmen des Programms geförderte Projekt wurde auf der Konferenz "Eltern können mehr! Interkulturelle Elternkooperation für Berufsorientierung und Integration" im Rahmen des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs am 19.12.2012 vorgestellt.

„Für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf ist die Unterstützung der Jugendlichen durch die Eltern von zentraler Bedeutung. Eine engagierte Mitwirkung der Eltern vergrößert die Chancen der Jugendlichen auf einen erfolgreichen Start ins Berufsleben deutlich. Umso wichtiger ist es, Eltern in ihren Kompetenzen zu stärken und sie intensiver bei der Berufsorientierung ihrer Kinder einzubeziehen.“ Dies betonte Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer auf der Konferenz „Eltern können mehr!“ am 19. November 2012 in der Handwerkskammer Hannover.

Die Staatsministerin richtete die Konferenz im Rahmen des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs mit dem Ziel aus, den Austausch zwischen Spitzenvertretern von Kammern, Arbeitsagenturen, Stiftungen und Unternehmen, Vertretern von Schulen und insbesondere Eltern zu fördern und ihre Zusammenarbeit zu stärken. Etwa 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich zum Dialog. Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt verwies der Niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann vor allem auf die Bedeutung einer größeren Chancengerechtigkeit für junge Migrantinnen und Migranten. „Für Jugendliche mit Migrationshintergrund haben ihre Eltern als Erziehungs- und Bildungspartner in Fragen der Berufsorientierung und Berufsfindung einen besonders hohen Stellenwert. Hier setzt unsere gezielte Unterstützung an.“

Da das deutsche Schul- und (duale) Ausbildungssystem sehr komplex ist und sich erheblich von den Bildungssystemen anderer Nationen unterscheidet, ist es gerade Eltern mit Migrationshintergrund oftmals nur eingeschränkt möglich, eigene Erfahrungen an ihre Kinder weiterzugeben. Im Rahmen der Veranstaltung wurden deshalb Möglichkeiten erörtert, wie man Eltern intensiver in die Berufsorientierung einbinden und ihre Kompetenzen und Mitwirkung stärken kann, um die Chancen junger Migrantinnen und Migranten auf den Ausbildungserfolg zu erhöhen.

Zahlreiche Praxisbeispiele zeigen wie eine gute Einbindung von Eltern gelingen kann. Diesbezüglich erhielten drei Institutionen im Rahmen der Konferenz die Gelegenheit, in der Praxis erfolgreich umgesetzte „Leuchtturmprojekte“ vorzustellen. In diesem Kontext wurde das Regionale Übergangsmanagement der Stadt Laatzen ausgewählt, das Best Practice Projekt “Berufswahl-Lotsen – Eltern als Partner im Berufswahlprozess“ zu präsentieren. Mit dem zielorientierten Informationskonzept sollen Eltern als kompetente Partner bei der Berufswegeplanung ihrer Kinder gestärkt werden. In sechs Modulen wurden engagierte Bürgerinnen und Bürger zu Berufswahl-Lotsen qualifiziert. Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geben sie ihre gewonnenen Kenntnisse und Fachinformationen an Familien in ihrem individuellen sozialen Netzwerk weiter. Auf diesem Weg wird das Thema „berufliche Zukunftsplanung“ bei Eltern, Schülerinnen und Schülern vermehrt thematisiert und sie dafür sensibilisiert. Gleichzeitig wird die Hemmschwelle zur Inanspruchnahme von Beratungsmöglichkeiten abgebaut. Die Heterogenität der Gruppe der Berufswahl-Lotsen spielte für das Erreichen einer großen Zielgruppe eine wichtige Rolle.

Abgerundet wurde der Dialog der Konferenz durch eine Interviewrunde zur „Rolle der Eltern bei der Berufsorientierung“, an der neben Spitzenvertretern von Handwerkskammer, Berufsbildenden Schulen, der Arbeitsgemeinschaft MigrantInnen und Flüchtlinge in Niedersachsen e.V. und der Koordinierungsstelle Berufsorientierung beim Niedersächsischen Kultusministerium auch drei Jugendliche aus Hannover mitwirkten.

 

 
Förderung
Durchführung