Jahrestagung 2013 am 4. Juni in Berlin
Am 4. Juni 2013 fand die letzte Jahrestagung des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) statt. Rund 300 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen teil und tauschten sich über die vielfältigen Ergebnisse und Erfolge der geförderten Projekte aus.

 

Thomas Sondermann, Leiter der Unterabteilung Berufliche Bildung im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Sondermann, BMBFhob in der Eröffnungsrede hervor, dass die Bildungsinvestitionen des Bundes trotz allgemeiner Sparzwänge erheblich gestiegen seien. Bildung sei im wahrsten Sinne systemrelevant - als Grundlage für die Innovationskraft der Wirtschaft, als Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Integration und Zusammenhalt. Einen wichtigen Beitrag hierfür liefere das BMBF und ESF - Programm „Perspektive Berufsabschluss“. Herr Sondermann weiter: „Die Strukturen zur Erhöhung der Qualifizierungschancen für eine anerkannte Berufsausbildung wurden spürbar verbessert; Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss gelingt nun der Weg in eine Ausbildung bzw. zum Abschluss per Nachqualifizierung besser. Das ist Verdienst der 55 Projekte der Förderinitiative „Regionales Übergangsmanagement“ und der 42 Projekte der Förderinitiative „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung’“. Mit Blick auf die einzelnen Projekte der beiden Förderinitiativen ließe sich nach fünf Jahren klar sagen: „Da, wo Regionales Übergangsmanagement Chefsache ist und es einen parteienübergreifenden Konsens gibt, sind die Erfolge am größten.“ Viele der Projekte der ersten, vor einem Jahr abgeschlossenen, Förderrunde würden weitergeführt, zum Teil mit Unterstützung der Länder. Im Bereich der Nachqualifizierung sei es darum gegangen, die Externenprüfung bekannt zu machen und Nachqualifizierung zu einem regionalen Regelangebot zu etablieren. Hierzu habe auch das Begleitprojekt an der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) einen nachhaltigen Erfolg erreicht: Die Entwicklung von Verfahrensstandards. Die Qualifizierung von ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten aus Migrantenorganisationen, ebenfalls ein erfolgreicher Ansatz aus dem Programm, werde das BMBF weiterhin fördern. Herr Sondermann dankte allen Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern und den regionalen Akteuren für ihren großen Einsatz für das Programm und für die erzielten Ergebnisse.

 Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz

Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz hielt einen anschaulichen Fachvortag zum Thema Fachkräftemangel und appellierte dabei an die Zuhörer und Zuhörerinnen, auch die Arbeitsbedingungen der künftigen Fachkräfte im Auge zu behalten. Das Übergangssystem würde durch den demografischen Wandel in Zukunft sicherlich kleiner werden, es würden sich dort aber die schwierigen Fälle konzentrieren. Er warb für frühe und praxisnahe Berufsorientierung, alternative Angebote wie Assistierte Ausbildung, Produktionsschulkonzepte, „sinnvolle Praxis“ in der Aus- und Weiterbildung, rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit und die duale Berufsausbildung.

 

Nach den beiden Vorträgen standen die Förderinitiativen „Regionales Übergangsmanagement“ und „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ einführend mit jeweils einem kurzen Filmbeitrag und einer Podiumsrunde im Mittelpunkt. Podiumsdiskussion "Regionales Übergangsmanagement"Bei aller Vielfalt und Unterschiedlichkeit der regionalen Ansätze lässt sich zusammenfassen, dass die kommunale Verantwortungsübernahme und die Kooperation zwischen kommunalen Akteuren, Schulen und regionaler Wirtschaft für ein gutes Übergangsmanagement von der Schule in die Berufsausbildung entscheidend sind. Für die Arbeitgeber ist Nachqualifizierung mit dem Ziel der Externenprüfung ein Instrument zur Personalbindung und Fachkräftesicherung, aber auch ein Zeichen sozialer Verantwortung und Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ohne Berufsabschluss. Für durchschlagenden Erfolg ist bei beiden Förderinitiativen die politische Rückendeckung in der Region entscheidend. Das Programm „Perspektive Berufsabschluss“ trägt dazu bei, für die Fachkräftesicherung die im Land vorhandenen Potenziale zu nutzen.

Jeweils thematisch eingeführt von Viola-Antoinette Klanten (Foto), Referatsleiterin im BMBF, Viola-Antoinette Klanten, BMBFund moderiert von Regina Brinkmann, der Moderatorin der Veranstaltung, stellten Akteure aus dem Programm ausgewählte Ergebnisse aus den Arbeitsbereichen Netzwerkarbeit, Elternarbeit, Kooperation Schule – Wirtschaft, Beratung und Servicestrukturen in der Nachqualifizierung, Nachqualifizierungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit als „Schlaglichter“ ihrer Arbeit vor.

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans einfach hinterher“, so wirbt das Kieler Netzwerk für Nachqualifizierung und bringt Nachqualifizierung durch „Perspektive Berufsabschluss“ auf den Punkt.

(Bildnachweis: DLR Projektträger/Philipp Günther)

 

Das Programm und die Nennung der beteiligten Akteure, die Dokumentation sowie die Kurzfilme zu den beiden Förderinitiativen finden Sie in den Downloads am rechten Rand.

 

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Durchführung