Jugendberufsagentur Berlin baut auf „Regionalem Übergangsmanagement“ auf
In Berlin soll eine Jugendberufsagentur entstehen, die als zentrale Anlaufstelle für die Jugendlichen gedacht ist. Ab dem Spätsommer 2014 soll es losgehen: Dann wird mit dem Aufbau der zentralen Anlaufstellen für Jugendliche und junge Erwachsene in den Bezirken begonnen. Dort sollen die Jugendlichen Hilfestellung in allen Fragen rund um den Übergang zwischen Schule und Beruf bekommen. "Jugendberufsagentur" nennt sich dieses neue System und baut auf den Erfahrungen und Angeboten des Projektes „Regionales Übergangsmanagement“ Berlin auf.

Grundlage ist die Empfehlung einer Arbeitsgruppe von 30 Experten mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bezirken, der Bundesagentur für Arbeit, sowie der Wirtschafts- und Sozialpartner und der Senatsverwaltung unter der Federführung von Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Arbeitssenatorin Dilek Kolat. Der Bericht wurde am 22.01.2014 vorgestellt.

 

Die Experten kommen in ihrem Bericht zum Schluss: „Die Jugendberufsagentur ist ein für die Berliner Rahmenbedingungen geeignetes systemisches und mit regionalen Anlaufstellen auch sehr „kundenfreundliches“ Konzept, dass die evidenzbasierte Optimierung der Übergänge von jungen Menschen in Beschäftigung und Beruf in einem Prozess erlaubt.“ Die Jugendberufsagentur als Konzept soll keine neuen Verwaltungsstrukturen schaffen, sondern Prozesse der Beratung von Jobcentern, Arbeitsagenturen, Jugendberatung, Studienberatung und Schulberatung regional zusammenführen und über Kooperationsvereinbarungen regeln. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Jugendliche planlos von einer Beratungsstelle in die nächste geraten.

 

Das Modell der Jugendberufsagentur in Berlin baut auf bereits existierende Beratungsangebote auf, unter anderem aus dem „Regionalen Übergangsmanagement“ Berlin auf. So werden die im Rahmen des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ in Berlin entstandenen Angebote zur Verbesserung der Transparenz im Übergang Schule-Beruf integriert und fortgeführt. Im Bericht wird auch auf die Transferbroschüren des Projektes „Regionales Übergangsmanagement“ Berlin verwiesen.

 

Als Vorreiter gilt die Stadt Hamburg mit ihrer Jugendberufsagentur, in die auch Erfahrungen aus dem „Regionalen Übergangsmanagement“ eingeflossen sind. Mit einem ähnlichen Konzept arbeitet aber auch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf bereits erfolgreich. Dort erhalten Jugendliche Orientierung, Beratung und Vermittlungsangebote aus einer Hand. Seit Beginn der Joboffensive ist die Jugendarbeitslosigkeit dort in den letzten zwei Jahren um ein Drittel zurückgegangen.

 

 

Arbeitsbündnisse "Jugend und Beruf" sind fest im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung verankert. In diesen Bündnissen arbeiten Arbeitsagenturen, Jobcenter und die Jugendhilfe eng zusammen und treten u.a. als Jugendberufsagentur auf. Die Jugendberufsagentur Hamburg zeichnet sich zusätzlich durch eine enge Kooperation mit den Schulen aus, verfügt über eine gute und einheitliche Datengrundlage, integriert das Bestehende zu einem Gesamten und hat Anlaufstellen in allen Bezirken. Je nach Ausgestaltung vor Ort kann eine Jugendberufsagentur somit eine ideale Weiterentwicklung eines „Regionalen Übergangsmanagements“ im Sinne des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ sein.

 

 
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