Berlin
leap - Fachkräfte aufbauen, Berlin, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

zukunft im zentrum GmbH
Projekt leap
Rungestraße 19
10179 Berlin

www.leap-berlin.de/

Fachkräftemangel ist für viele Berliner Unternehmen schon heute ein ernstes Problem. In den nächsten Jahren wird der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften weiter zunehmen, wie die „Gemeinsame Fachkräftestudie Berlin-Brandenburg“ zeigt. Besonders in Branchen wie Umwelt- und Energietechnik, in der Pflege und in unternehmensnahen Dienstleistungen werden qualifizierte Mitarbeiter/innen fehlen.

Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach Geringqualifizierten, weshalb Frauen und Männer ohne Berufsabschluss einem immer höheren Risiko ausgesetzt sind, arbeitslos zu werden oder zu bleiben. Gegenwärtig besitzen 19,9 % der jungen Berliner/innen zwischen 20 und 30 keinen verwertbaren Berufsabschluss, mehr als im Bundesdurchschnitt. Besonders stark betroffen sind ausländische Jugendliche. Deren Ausbildungsquote ist in den Jahren 1993 bis 2006 stark gesunken: von 8,8% auf
4,1 %.

Seit 2008 arbeitet die Serviceagentur für Nachqualifizierung (SANQ) in Berlin an der Etablierung der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung. Unser Projekt leap ist eng auf SANQ abgestimmt und setzt bewusst andere Schwerpunkte. So richten wir mit leap den Fokus auf die Berliner Wirtschaftsbetriebe und den Aufbau eines leistungsstarken unternehmensnahen Beratungsangebots.

In erster Linie wird leap Berliner Unternehmen zur abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung beraten und in den Ausbau der regionalen Nachqualifizierungsstrukturen einbeziehen. Dabei ist unsere Aufgabe, die Geschäftsführer, Personalverantwortlichen und Betriebsräte für das Thema Nachqualifizierung zu sensibilisieren und zu gewinnen. Auf diesem Weg sollen letztlich auch die an- und ungelernten Mitarbeiter/innen erreicht werden.

Außerdem werden wir in Kooperation mit Bildungsdienstleistern unternehmensgerechte Angebote zur Nachqualifizierung entwickeln und dabei unter anderem Partnerschaften von Unternehmen und Bildungsdienstleistern moderieren. Unser Ziel ist eine tragfähige und nachhaltige Struktur, die es ermöglicht, Erwerbstätige und Arbeitslose gemeinsam zu qualifizieren.

Erster Arbeitsschritt ist die Analyse der bestehenden Strukturen zum nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses in Berlin und die Veröffentlichung der Ergebnisse. Mit Hilfe dieser Strukturanalyse und weiterer Instrumente informieren und beraten wir Unternehmen zur abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung. Bei der Beratungsarbeit knüpfen wir an bestehende Strukturen und bereits entwickelte Qualitätsstandards der Bildungs- und Qualifizierungsberatung an, beispielsweise an die Projekte QSInova, JobMotion und WEP (Weiterbildung und Personalentwicklung in kleinen und mittleren Unternehmen), die ebenfalls von der zukunft im zentrum GmbH durchgeführt werden.

Gemeinsam mit einem kleinen Kreis von Unternehmen werden wir zudem Nachqualifizierungsangebote entwickeln und realisieren. Eine unserer wichtigsten Aufgaben wird dabei sein, die Zusammenarbeit mit Bildungsdienstleistern, Kammern, Verbänden und den Arbeitsagenturen und JobCentern zu moderieren. Flankiert wird die Projektarbeit durch eine zielgerichtete Kommunikation an die Unternehmen und Qualifizierungsberater/innen, wobei eine Internetpräsenz als zentrale Plattform für Information und Austausch dienen wird.

Um die Programmvorhaben in der Region Berlin effektiv umzusetzen, stimmen wir Aktivitäten und strategische Entscheidungen kontinuierlich mit dem Team von SANQ ab.

Ergebnisse

Ergebnisse

Das Projekt "leap" war regional in Berlin aktiv. Die konkrete Zielstellung wurde unter der besonderen Situation, dass in Berlin bereits ein Jahr vorher ein Projekt in der Förderinitiative Nachqualifizierung startete und eine enge Abstimmung der Ziel- und Aufgabenstellung erfolgte, entwickelt.
Es nahm insbesondere die Aufgabe auf: "Unternehmen sollen Wege aufgezeigt werden, Qualifizierungspotenziale an- und ungelernter Erwerbstätiger zu erschließen und so ihren Fachkräftebedarf zu decken". Darauf wurden die Aktivitäten fokussiert. Das Projekt hat KMU sensibilisiert und ihnen die Chancen der Nachqualifizierung zur Fachkräftesicherung näher gebracht.
Das Ziel der besonderen Ausrichtung auf Personen mit Migrationshintergrund wurde durch die enge Zusammenarbeit mit dem Berliner Projekt zur Nachqualifizierung, das speziell für Migrant/innen Nachqualifizierungsangebote gestaltet, gewährleistet. Im Projekt entstanden in Berlin die ersten als Maßnahme im Regelsystem des SGG II geförderten Maßnahmen für Beschäftigte, die individuell qualifiziert wurden.
Ausgehend von den Bedarfen Berliner Unternehmen und auf Basis breit angelegter Analysen
wurde die Grundlage für ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage geschaffen.
Folgende Ziele wurden programmübergreifend erreicht:
1. Aufbau einer Kooperations- und Unterstützungsstruktur
2. Entwicklung von Nachqualifizierungsangeboten
3. Auf- und Ausbau des Beratungsangebots
4. Betriebe für die Nachqualifizierung aktivieren

 

Fazit

Anschlussfähig sind die Methoden zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Personalentwicklung und Qualifizierungsberatung. Die Informationsmaterialien zur Nachqualifizierung können hier genutzt werden.
Eine nächste Phase zur Etablierung der modularen Nachqualifizierung wird auf der Netzwerksarbeit aufbauen. So ist zukunft im zentrum über die Projektlaufzeit nicht nur weiter im SANQ-Netzwerk vertreten, sondern auch in anderen Netzwerken (z. Bsp. Qusinova für MigrantInnen).
Die Ergebnisse zur Nachqualifizierung werden auch einen Anschluss erhalten durch die Entwicklung von Qualifizierungsangebote im Rahmen von Anerkennungsverfahren von ausländischen Berufsqualifikationen. Insbesondere die Abgrenzung zu Anpassungsqualifizierungen, die Differenzierung aber auch die Anwendung von Standards in der Umsetzung können weiter genutzt werden insbesondere für die Umsetzung des Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen.

Netzwerkarbeit

Im Herbst 2012 schulte das Projekt in einer Reihe von Workshops Qualifizierungsberater und -beraterinnen zur Umsetzung von Nachqualifizierung. Die Reihe fand unter Beteiligung der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit, der IHK Berlin, der Wirtschaftsförderung Spandau u. a. statt. Für die Bildungsberater – und beraterinnen der Berliner Lernläden führte das Projekt einen Wiederholungsworkshop zur Nachqualifizierung durch.
Als Multiplikatoren für den Zugang zur Berliner Wirtschaft nutzt das Projekt vor allem Berliner Innungen (SHK, Maler- und Lackierer, Tischler) und den Hotel- und Gaststättenverband Berlin.
Gemeinsam mit GUTcert haben wir an einem Vorschlag zur Anpassung der Zertifizierungsunterlagen (AZAV) an die Bedingungen der Nachqualifizierung gearbeitet, der im kommenden Jahr fertig gestellt werden soll. Zudem haben wir zahlreiche Bildungsträger zur Gestaltung von Nachqualifizierungsangeboten beraten.
Strategische Gespräche zur Nachqualifizierung in der Altenpflege haben wir mit den Berliner Senatsverwaltungen für Arbeit, Integration und Frauen sowie für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Vivantes GmbH geführt.
Unser Partnerprojekt QSInova, gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, verstärkt in Berlin die Initiative für Nachqualifizierung: Arbeitslose Migrant/innen finden bei den Bildungsträgern des QSInova -Netzwerkes Nachqualifizierungsangebote in derzeit fünf Berufen. Zu diesem Netzwerk gehören auch alle zwölf Berliner Jobcenter.

Kooperation mit Unternehmen

Seit dem Frühjahr 2012 läuft unsere Kooperation mit randstad, bei der mittlerweile in drei Berufen randstad-Mitarbeiter und -mitarbeiterinnen nachqualifiziert werden: Bürokaufmann/-frau, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation und Elektroanlagenmonteur/in.
Zum Jahresende laufen die Vorbereitungen für Kooperationen mit weiteren großen Unternehmen. Besonders großes Interesse an Nachqualifizierung zeigen nach wie vor Personaldienstleister.

Öffentlichkeitsarbeit

Anfang 2012 hat das Projekt einen Imagefilm zur Nachqualifizierung produziert, der auf der Projekt-Webseite und auf Youtube verfügbar ist.
Im September haben wir die jährliche Fachtagung „Stadt, Land, Nachqualifizierung“ veranstaltet, in deren Mittelpunkt die Verbreitung von Beispielen guter Praxis zur Nachqualifizierung stand. An zahlreichen Messen, Fachveranstaltungen und Netzwerktreffen haben wir uns mit Ständen bzw. mit Vorträgen beteiligt.
Texte zur Nachqualifizierung konnten wir in mehreren Newslettern platzieren (z.B. Newsletter des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin und des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft), außerdem in weiteren Publikationen wie dem Magazin der Bundesarbeitsgemeinschaft Arbeit. Auf unsere Anregung hin hat der Berliner Bildungskalender, eine regelmäßige Verlagsbeilage der Berliner Zeitung, Nachqualifizierung als eigene Rubrik aufgenommen. Darüber hinaus versenden wir weiterhin alle drei Monate einen Projekt-Newsletter und nutzen unsere Webseite als Plattform für Information und Austausch.

In Zusammenarbeit mit unserem Partnerprojekt QSInova ist ein Zwischenbericht entstanden, in dem Handlungsvorschläge für die Modularisierung und die Finanzierung von Nachqualifizierung sowie Ergebnisse der Erprobung veröffentlicht wurden.

Netzwerkarbeit:

Die Netzwerkarbeit des Projekts leap findet in enger Zusammenarbeit mit der Serviceagentur Nachqualifizierung Berlin (SANQ) statt. Das Projekt leap beteiligt sich z.B. aktiv an der Entwicklung und Umsetzung der Berliner Standards zur Nachqualifizierung im Netzwerk SANQ. Zudem arbeitet leap beim Ausbau der Nachqualifizierung in der Region eng mit verschiedenen Berliner Innungen zusammen, vor allem im Hinblick auf die Zulassung zur Externenprüfung nach einer erfolgreich durchlaufenen Nachqualifizierung. Gemeinsam mit SANQ wurde z.B. eine entsprechende Vereinbarung mit der Tischler-Innung ausgehandelt. Eine Vereinbarung zur Zulassung zur Externenprüfung zwischen SANQ und der IHK Berlin wurde in QSInova umgesetzt.
Darüber hinaus beteiligt sich leap an den Entwicklungsprozessen des Berliner Masterplans Qualifizierung (Federführung: Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen) sowie des Masterplans Industriestadt Berlin (Federführung: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung).

Kooperation mit Unternehmen:

Ein Pilotprojekt zur Nachqualifizierung mit den Randstad-Niederlassungen in Berlin-Spandau und –Steglitz steht kurz vor der Umsetzung. Mit einem weiteren großen Personaldienstleistungs-Unternehmen und mit der Stiftung „HandWerk stiftet Zukunft“ werden derzeit Kooperationsvereinbarungen ausgehandelt. Zudem haben wir eine Reihe von Berliner Unternehmen beraten und entsprechende Erkenntnisse über die Bedarfe in Einzelunternehmen gewonnen. Für einige Bereiche (Altenpflege, Feinoptik, Fachkraft für Personaldienstleistungen, Anlagenmechaniker/in Sanitär-Heizung-Klimatechnik) werden nun Nachfrage und Bedarf genauer analysiert und – soweit möglich – Nachqualifizierungsangebote umgesetzt. Die Unternehmensbedarfe wurden über zwei Fragebögen ermittelt, ergänzt durch offene Interviews.
Die von leap befragten und beratenen Unternehmen sind in erster Linie an bilateralen Beratungsgesprächen interessiert, die nun geplant und durchgeführt werden. Es zeigt sich, dass die Zusammenarbeit mit Unternehmen mehr Zeit benötigt als vorgesehen, da innerhalb der Unternehmen vielfach kein unmittelbarer Nutzen von der Qualifizierung An- und Ungelernter erwartet wird.

Öffentlichkeitsarbeit:

Im ersten Jahr unserer Projektlaufzeit haben wir eine Internetpräsenz, einen regelmäßig erscheinenden Newsletter und einen Flyer für Unternehmen erarbeitet. Zudem konnten wir Fachbeiträge zum Thema Nachqualifizierung in den Medien wichtiger Multiplikator/innen veröffentlichen, so zum Beispiel im Mitgliederjournal des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin e.V. „HoGa Aktiv“ und im Newsletter der Stiftung „HandWerk stiftet Zukunft“.
Auch bei verschiedenen Veranstaltungen konnten wir aktiv mitwirken, unter anderem durch Vorträge und Gastbeiträge zum Thema Nachqualifizierung (u.a. Marktplatz Bildung – Die Berliner Bildungsmesse, Berliner Fachgespräch Migration, Veranstaltung "Aufsuchende Betriebsberater" der hiba impulse GmbH). Darüber hinaus war leap auf verschiedenen Messen vertreten, z.B. auf dem 6. BIBB-Berufsbildungskongress 2011 und zwei Messen zur Nachqualifizierung des Projekts SANQ.
Unternehmen werden generell über verschiedene Kanäle angesprochen und zu Möglichkeiten der Nachqualifizierung informiert: etwa über interaktive Foren im Netzwerk XING, aber auch direkt, beispielsweise auf Messen oder Veranstaltungen. Auch Multiplikator/innen wie Stiftungen, Innungen und Unternehmensverbände werden in unsere Öffentlichkeitsarbeit eingebunden, etwa durch Beiträge in deren Newsletter und Verbandspublikationen.
Das Infoplakat „Mit Weiterbildung zum Berufsabschluss“ wurde im November 2011 veröffentlicht. Zielgruppe des Plakates sind vor allem Qualifizierungs- und Bildungsberater/innen und potentielle Teilnehmer/innen an Nachqualifizierungsangeboten. Auf dem Plakat sind die verschiedenen Wege skizziert, auf denen nachträglich ein Berufsabschluss erlangt werden kann. Das Plakat wird kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Im Dezember 2011 fand unsere Fachveranstaltung „Investment mit Rettungsschirm. Fachkräfte durch Nachqualifizierung“ in Berlin-Mitte statt. Dabei wurde in verschiedenen Workshops erarbeitet, wie Nachqualifizierung in die Personalentwicklung von Unternehmen integriert und umgesetzt werden kann. Außerdem fanden Workshops zur Nachqualifizierung in der Qualifizierungs- und in der Bildungsberatung statt.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung