Kiel
Kieler Netzwerk zur Nachqualifizierung, Schleswig-Holstein, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


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Weiterbildungsverbund KielRegion
(WVKR)
Bergstraße 24
24103 Kiel

http://www.nq-kiel.de/

 


Wie in vielen Regionen Deutschlands besteht auch im Kieler Raum Verbesserungsbedarf bei den beruflichen Nachqualifizierungsstrukturen und bei den Bildungsketten.

Sowohl für eine Nachqualifizierung in Frage kommende un- und angelernte Beschäftigte und Arbeitslose wie auch die Betriebe kennen oft die Möglichkeiten zur Nachholung eines Berufsabschlusses nicht bzw. beziehen diese Möglichkeit nicht in ihre perspektivischen Planungen mit ein, weil es keine oder kaum erfolgreiche Beispiele gibt. Für interessierte Personen sind entsprechende Angebote und Fördermöglichkeiten zudem ohne Beratung kaum auffindbar.

Erschwerend kommt die Wirtschaftsstruktur in der Region hinzu, die von kleinen, höchstens mittelständischen Betrieben dominiert wird. Viele der hier ansässigen, regelmäßig inhabergeführten Unternehmen verfügen über keine eigene Personalabteilung und sind daher oftmals nicht in der Lage, eine längerfristige Personalplanung durchzuführen, auf deren Grundlage sich belastbare Aussagen über den zukünftigen Fachkräftebedarf treffen ließen. Bei einem Anziehen der Auftragslage werden viele dieser Unternehmen daher von einem plötzlichen Bedarf an qualifizierten Kräften überrascht, der entsprechend schnell gedeckt werden muss und der durch eine konsequente und frühzeitige Nachqualifizierung der vorhandenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vielleicht hätte vermieden werden können.

Oberstes Ziel des Kieler Netzwerks zur Nachqualifizierung ist die Verringerung der Anzahl junger Erwachsener ohne Berufsabschluss in der Kieler Region durch verstärkte modulare Nachqualifizierungen. Konkret strebt das Kieler Netzwerk zur Nachqualifizierung hierbei eine Steigerung der Zahl der in der Kieler Region durchgeführten modularen Maßnahmen zur Nachqualifizierung um 20% an.

Um den zukünftigen Fachkräftebedarf angesichts sinkender Zahlen von Schulabsolventinnen und -absolventen sichern zu können, soll das Thema Nachqualifizierung in der Region nachhaltig verankert, Impulse für die Initiierung neuer Qualifizierungsformen gegeben und das Vorhaben in den Netzwerkstrukturen Kiels bekannt gemacht werden.

Das Kieler Netzwerk zur Nachqualifizierung will Unternehmen, gering qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitslosen neue Perspektiven aufzeigen und für die Nachqualifizierung von An- und Ungelernten nachhaltige Beratungs- und Unterstützungsstrukturen schaffen.

Kooperation mit den regionalen Betrieben
Betriebe in der Region werden gezielt aufgesucht, für das Thema Nachqualifizierung gering qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisiert, hierzu beraten und bei der Beantragung von Fördermitteln unterstützt. Durch die kontinuierliche, enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen kann bei der Gestaltung der Nachqualifizierung auch darauf geachtet werden, dass sie möglichst betriebsorientiert und mit geringen Abwesenheitszeiten am Arbeitsplatz erfolgt.

Gezielte Information und Beratung für qualifizierungsinteressierte Personen
Der Gruppe der an- und unqualifizierten Personen werden - vor allem durch aufsuchende Beratung in den Unternehmen - realistische und flexible Wege zu einem Berufsabschluss aufgezeigt. Im Rahmen einer kompetenten Erstberatung werden die Stärken und Schwächen der Interessentinnen und Interessenten analysiert und daraus individuelle Qualifizierungsbedarfe ermittelt. Migrantinnen und Migranten werden zudem über Möglichkeiten informiert, im Ausland erworbene Berufsabschlüsse auch in Deutschland anerkennen zu lassen. Insgesamt sollen so im Projektzeitraum 600 qualifizierte Interessentenberatungen durchgeführt werden. Anschließend erfolgt die Vermittlung an einen regionalen Bildungsdienstleister zur passgenauen Nachqualifizierung.

Weiterentwicklung bestehender Nachqualifizierungskonzepte
Im Verbund mit dem Kieler Forum Weiterbildung, einem Zusammenschluss von 54 Kieler Weiterbildungsträgern, wird das Kieler Netzwerk modular konzipierte und flexibel gestaltete Formen der Nachqualifizierung (weiter-)entwickeln und umsetzen. Im Bedarfsfall können aufgrund des langjährigen Erfahrungswissens der Verbundpartner zeitnah betriebsspezifische berufliche Weiterbildungskonzepte erarbeitet bzw. bestehende Konzepte auf die Anforderungen spezieller Zielgruppen oder Branchen übertragen werden.

Schaffung von Informationsketten und -strukturen
Multiplikatorenschulungen, z. B. für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, der ARGEn, der regionalen Bildungs- und Beschäftigungsträger und weiterer Beratungsstellen sowie eine offensive Öffentlichkeitsarbeit tragen die Informationen über Nachqualifzierungs- und Fördermöglichkeiten in die Breite und verbessern so nachhaltig die Unterstützungssituation in der Region.

 

Ergebnisse

Ergebnisse

Das "Kieler Netzwerk zur Nachqualifizierung" war das einzige in Schleswig-Holstein geförderte Nachqualifizierungsprojekt. Ergebnisse zu folgenden Projektschwerpunkten trugen zur Erreichung der förderpolitischen Ziele des BMBF-Programms bei:
* Aufbau eines Nachqualifizierungsnetzwerks unter Einbindung aller relevanter Bildungs- und Arbeitsmarktakteure; die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben wurde angestrebt.
* Gezielte Ansprache, Information und Beratung für an abschlussorientierter beruflicher Qualifizierung interessierte Personen; Entwicklung von Beratungsinstrumenten zur Erfassung der individuellen Kompetenzen und zur Erstellung bedarfsgerechter Förderkonzepte.
* Weiterentwicklung bestehender Nachqualifizierungsangebote und Orientierung der Konzepte an den Anforderungen spezieller Zielgruppen.
* Schaffung von ineinandergreifenden Informationsstrukturen; insbesondere die Schulung von Multiplikatoren (Mitarbeitende der AA, der Jobcenter, der Kammern, der Bildungsträger ...) stand im Fokus. Darüber hinaus wurde eine sehr zielgruppenorientierte Öffentlichkeits- und Marketingstrategie verfolgt, die auch für die anderen im Rahmen der Förderinitiative "Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung" geförderten NQ-Projekte beispielgebend war.

Fazit

Die Voraussetzungen für die wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit wurden geschaffen; Instrumente für die Beratung und Angebotskonzepte stehen zur Nutzung bereit. In der Region war das Unternehmensinteresse an den bildungspolitischen Instrumenten Externenprüfung und Nachqualifizierung für die Deckung des Fachkräftebedarfs bisher noch nicht sehr ausgeprägt. Ausschlaggebend für die Anschlussnutzung der Projektergebnisse sind neben der betrieblichen Nachfrage die Sicherung der Fördermöglichkeiten und die bedarfsorientierte Gestaltung der Förderbedingungen für an Nachqualifizierung Interessierte z.B. durch die Agentur für Arbeit.
Sichergestellt ist die weitere Zusammenarbeit der Netzwerkakteure im Weiterbildungsverbund und in der Arbeitsgruppe NQ. Die Kammern - vor allem die IHK Kiel - und die regionalen Bildungsanbieter werden zur Nachqualifizierung weiter beraten. Auch das Vorhalten bedarfsgerechter Angebote und bei Bedarf die Neuentwicklung sind gesichert. Weiterhin werden die Bildungsanbieter und die in der Arbeitsgruppe NQ vertretenen Arbeitsmarktakteure als kompetente Ansprechpartner fungieren und Nachqualifizierung bewerben.

Beratungen von An- und Ungelernten, Nachqualifizierungsangebote

Die schon frühzeitig nach Projektbeginn geschaffenen Arbeitsbeziehungen zu zentralen regionalen Bildungsträgern, den Kammern und der Arbeitsmarktverwaltung konnten weiter ausgebaut und gefestigt werden. Insbesondere die Industrie- und Handelskammer zu Kiel sowie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter Kiel leiten interessierte Kundinnen und Kunden gerne an das Projekt zur Beratung und/oder Begleitung weiter. Seit der Auftaktveranstaltung des Projektes im Februar 2011 haben so bis heute knapp 200 Beratungskundinnen und beratungskunden den Weg in unsere Projekträume in der Kieler Bergstraße 24 gefunden und wurden vor Ort beraten, zahlreiche weitere wurden über aufsuchende Beratung in verschiedenen Kieler Unternehmen sowie auf Messen und Veranstaltungen erreicht.

Zunehmend stießen wir in der Beratung auf das Problem, dass unsere erwerbstätigen Teilnehmer und Teilnehmerinnen von ihren jeweiligen Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen nicht für eine Nachqualifizierung freigestellt werden. Der daraus folgende Wegfall zahlreicher Fördermöglichkeiten führt dazu, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich selbst in Eigenarbeit auf die Prüfung vorbereiten müssen. Als Service für diese Personen wurde die Möglichkeit geschaffen, sich mit denjenigen, die sich in einem ähnlichen Fachbereich auf die Prüfung vorbereiten, zu Lerngruppen zusammenzuschließen. Für den kaufmännischen Bereich konnte eine pensionierte Berufsschullehrerin als ehrenamtliche kompetente Ansprechpartnerin für eine zugehörige Lerngruppe gewonnen werden.

29 Prozent unserer Teilnehmenden verfügen über Migrationshintergrund. Eine überaus positive Quote, die deutlich über dem Ausländer- und Ausländerinnenanteil an der Kieler Bevölkerung liegt und fraglos auf unsere zahlreichen Netzwerkaktivitäten und unsere konsequente Anknüpfung an bestehende und etablierte Netzwerke und Institutionen für Migrantinnen und Migranten zurückzuführen ist.

Die Quote männlicher Beratungskunden liegt bei exakt 50 Prozent - auch dies ein erfreulicher Wert, da Männer üblicherweise weniger „weiterbildungsaffin“ und in Fortbildungskontexten oft deutlich unterrepräsentiert und daher im Rahmen des Gender Mainstreaming als besonders förderwürdig einzustufen sind.

Ein einzigartiges Merkmal der Schleswig-Holsteinischen Bildungsträgerlandschaft ist deren Verbundstruktur: In derzeit zwölf Regionen haben sich die örtlichen Bildungsträger zu sogenannten Weiterbildungsverbünden zusammengeschlossen, um gemeinsam Strukturen zur Förderung von Weiterbildung zu schaffen bzw. auszubauen. Zu der daraus entstandenen Weiterbildungsinfrastruktur gehört auch das „Kursportal“, eine landesweite Online-Datenbank praktisch aller relevanten Weiterbildungsangebote. Aufgrund der auch durch die Stiftung Warentest bestätigten Leistungsfähigkeit dieser Datenbank war sie für uns eine optimale Plattform, um auch Nachqualifizierungsangebote einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die auf unser Betreiben eingefügte Rubrik „Berufsabschluss nachholen / Vorbereitung auf die Externen-Prüfung“ weist derzeit (Stand: 14.12.2012) 42 Qualifizierungsangebote aus – mit steigender Tendenz: Immer mehr Bildungsträger sind bereit, entsprechende modulare Nachqualifizierungskurse zu entwickeln. Eine umfangreiche Broschüre mit regionalen Nachqualifizierungsangeboten wird nach aktuellem Planungsstand Anfang des Jahres 2013 folgen.

Beratungen von Unternehmen

Das Jahr 2012 gab Anlass, unsere bisherige Kommunikationsstrategie zu überdenken. Im Vorjahr war ein erheblicher Teil der Bemühungen von NQ Kiel gerade auf die Betriebe ausgelegt, da über diese ein vereinfachter Zugang zu der ausgesprochen heterogenen Zielgruppe der An- und Ungelernten zu bewerkstelligen zu sein schien. Dies erwies sich in 2012 zunehmend als Trugschluss, da nach unseren gemachten Erfahrungen im Kieler Raum das Thema Fachkräftemangel anscheinend gerade im Bereich der hier regional vorherrschenden kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) noch nicht „angekommen“ ist und daher eher nicht als Problem wahrgenommen wird.

Entsprechend gering war deshalb die Bereitschaft vieler Unternehmen, sich durch NQ Kiel informieren und beraten zu lassen. Im Ergebnis mussten beispielsweise unsere "Branchenfrühstücke" für verschiedene Unternehmensbereiche mangels Interesse der jeweiligen Branchen entfallen, obwohl wir teilweise über 100 Betriebe in der Region angeschrieben und nachtelefoniert hatten.

Aus Vorgenanntem ergab sich die Schlussfolgerung, Informationen über die Möglichkeiten zur Nachholung eines Berufsabschlusses im Wege der Externen-Prüfung verstärkt in Richtung auf die Zielgruppe der An- und Ungelernten selbst zu kommunizieren, auch wenn dies mit erheblichen Streuverlusten verbunden sein sollte.

Nichtsdestoweniger wurden folgende Aktivitäten im Hinblick auf die Zielgruppe der Unternehmen umgesetzt:
• Vorstellung des Projektes bei Branchenverbänden und dem DGB
• Persönliche Ansprache von Unternehmen im Rahmen der Jobmesse Kiel
• Persönliche und telefonische Ansprachen und Beratungen von Unternehmen
Insgesamt wurden seit Projektbeginn ca. 250 Unternehmen persönlich und telefonisch angesprochen.

Aufbau eines strategischen Netzwerks

Die wesentlichen Arbeitsmarktakteure der Region treffen sich weiterhin halbjährlich zum sogenannten Lenkungskreis des Kieler Netzwerks und stimmen die weitere strategische Vorgehensweise miteinander ab. Unterzeichnende der zugehörigen Kooperationsvereinbarung sind unter anderem:
• Kammern
• Arbeitsagentur
• verschiedene Bildungsträger
• Migranten- und Migrantinnenorganisationen

Seit März 2012 freuen wir uns zudem über die regelmäßige Teilnahme einer Vertreterin des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein am Lenkungskreis.

Öffentlichkeitsarbeit

Als Folge der Tatsache, dass nunmehr die Zielgruppe der An- und Ungelernten selbst direkter angesprochen werden sollte (s. o.), wurde die Öffentlichkeitsarbeit konsequent im Hinblick auf eine größere Breitenwirkung optimiert.

Zu den etablierten Produkten der Öffentlichkeitsarbeit, wie z. B.
• barrierefreie Projekthomepage,
• zielgruppenspezifisches Informationsmaterial,
• Roll-Up-Displays und Tresenbox als variabler Messestand,
• Schaufensterbeschilderung,
• Pressemitteilungen,
• Veranstaltungen und Workshops (wöchentliche Informationsveranstaltungen für Nachqualifizierungsinteressierte, Branchenfrühstücke, Multiplikatorenschulungen),

traten nun folgende Instrumente hinzu:
• Plakate mit drei verschiedenen Motiven,
• Werbung in insgesamt 24 Kieler Bussen über 12 Monate,
• Werbeanzeigen in Behördenwegweisern, Broschüren für zugezogene „Neu-Kieler“ und dem sog. „Weiterbildungskalender“, der in regelmäßigen Abständen in den Kieler Nachrichten erscheint

An öffentlichen Orten (u. a. Beratungsstellen, Geschäfte in der Innenstadt, etc.) wurden zudem offensiv Flyer verteilt. Auch im Jahr 2012 nahm das Projekt zudem mit einem eigenen Stand an der „jobmesse kiel“ teil, die wieder über 10.000 Besucher und Besucherinnen verzeichnen konnte.

Nachhaltigkeit

In 2012 konnten erhebliche Fortschritte im Hinblick auf die Fortführung des Projektes über den August 2013 hinaus erzielt werden:
Seit Projektbeginn bestehen enge Kooperationsbeziehungen zum „Kieler Forum Weiterbildung“ (KFW), „unserem“ Kieler Weiterbildungsverbund (s. o.), bestehend aus derzeit über 50 regionalen Bildungsträgern in Kiel und Umgebung in Trägerschaft der Landeshauptstadt Kiel, der ebenfalls im Bereich der Erwachsenenbildung beratend tätig und in diesem Zusammenhang u. a. auch in der aktuellen Förderperiode zuständige Stelle für die Bildungsprämie ist. Das KFW hat insoweit Interesse bekundet, wegen der inhaltlichen Sachnähe unseren Beratungsbereich ab August 2013 zu übernehmen.

Eine spätere Ausweitung der Kooperation auch auf die übrigen 11 Weiterbildungsverbünde in Schleswig-Holstein ist in Planung. Ziel ist dabei, eine fundierte Nachqualifizierungsberatung auch in den Beratungsstellen aller anderen Weiterbildungsverbünde zu implementieren und so eine landesweite, flächendeckende Beratungsversorgung sicherzustellen.

Erste entsprechende Gespräche und ein Vernetzungsworkshop haben dabei im Jahresverlauf mit den Weiterbildungsverbünden der sogenannten „KERN“-Region (Kiel, Eckernför-de, Rendsburg, Neumünster) stattgefunden. Die zugehörigen Weiterbildungsverbünde werden im Verlaufe des Jahres 2012 unsererseits an ihre Region angepasstes Informationsmaterial erhalten und im Frühjahr 2013 vor Ort in die Nachqualifizierungsberatung eingewiesen. Der Abschluss einer verbindlichen Übergabevereinbarung ist ebenfalls für Anfang 2013 vorgesehen.

Beratungen von An- und Ungelernten, Nachqualifizierungen, Externen-Prüfung

Schon frühzeitig nach Projektbeginn gelang der Aufbau stabiler Arbeitsbeziehungen zu den regionalen Bildungsträgern, der IHK zu Kiel, der Berufsbildungsstätte Kiel der Handwerkskammer Lübeck und vor allem der örtlichen Agentur für Arbeit. Innerhalb dieses Netzwerkes werden nachqualifizierungsinteressierte An- und Ungelernte gezielt über unser Projekt informiert, mit unserem Informationsmaterial ausgestattet und an uns weitergeleitet. Seit Projektbeginn im September 2010 haben so insgesamt 92 nachqualifizierungsinteressierte Personen den Weg in unser Projekt gefunden und wurden im Hinblick auf die Möglichkeiten der Nachholung eines Berufsabschlusses beraten. Eine wöchentliche Informationsveranstaltung wurde eingerichtet.

Die Kieler Bildungsträger sind unserem Vorhaben mit erheblicher Kooperationsbereitschaft entgegengekommen, so dass wir in der Lage waren, kurzfristig erste Nachqualifizierungsangebote für verschiedene Berufsgruppen anbieten zu können. Zehn Projektteilnehmer und -teilnehmerinnen befinden sich derzeit in entsprechenden modularen Nachqualifizierungsmaßnahmen bzw. treten diese in Kürze an.

Fünf unserer Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben im Mai 2011 als Externe an der Abschlussprüfung vor der IHK zu Kiel teilgenommen. Prüfungsberufe waren Restaurantfachmann/-frau, Koch/Köchin, Kaufmann/-frau für Dialogmarketing und Kaufmann/-frau im Einzelhandel. Vier der Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben die Prüfung bisher bestanden. Die Ergebnisse der praktischen Prüfung der fünften Teilnehmerin stehen derzeit noch aus, die zugehörige theoretische Prüfung wurde aber ebenfalls bestanden.

Beratungen von Unternehmen

In vielen Fällen kommt es für eine erfolgreiche Nachqualifizierung auf die Mitwirkung der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen an, z. B. in Form einer Freistellung zur Teilnahme an einer Vorbereitungsmaßnahme auf die Externen-Prüfung. Die gezielte Ansprache von Unternehmen aus verschiedenen Branchen war und ist uns daher ein besonderes Anliegen. Unter anderem wurden Unternehmen über das Projekt informiert durch:

  • Vorstellung des Projektes bei Branchenverbänden und dem DGB
  • Persönliche Ansprache von Unternehmen im Rahmen der Jobmesse Kiel
  • Persönliche und telefonische Ansprachen und Beratungen von Unternehmen
  • Branchenfrühstücke für Unternehmen unterschiedlicher Sparten
  • Mailings

Insgesamt wurden so seit Projektbeginn ca. 150 Unternehmen persönlich, telefonisch oder per E-Mail angesprochen.

Aufbau eines strategischen Netzwerks

Die wesentlichen Arbeitsmarktakteure der Region treffen sich halbjährlich zum sogenannten Lenkungskreis des Kieler Netzwerks und stimmen die weitere strategische Vorgehensweise miteinander ab. Zum Teil wurde dieses Netzwerk auch schon durch eine verbindliche Kooperationsvereinbarung gefestigt. Unterzeichner der Vereinbarung sind bislang:

  • Kammern
  • Arbeitsagentur
  • verschiedene Bildungsträger
  • Migrantenorganisationen

Öffentlichkeitsarbeit

Das Kieler Netzwerk zur Nachqualifizierung betreibt Öffentlichkeitsarbeit u. a. mit folgenden Instrumenten:

  • Barrierefreie Projekthomepage
  • Zielgruppenspezifisches Informationsmaterial
  • Roll-Up-Displays und Tresenbox als variabler Messestand
  • Schaufensterbeschilderung
  • Plakate
  • Buswerbung
  • Pressemitteilungen
  • Veranstaltungen und Workshops (wöchentliche Informationsveranstaltungen für Nachqualifizierungsinteressierte, Branchenfrühstücke, Multiplikatorenschulungen)

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung