Südwestverbund
Nachqualifizierung im Südwestverbund - Eine Chance für Straffällige, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH (INBAS)
Herrnstraße 53
63065 Offenbach

www.nq-suedwestverbund.inbas.com

Dass Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung verstärkt von Arbeitslosigkeit bedroht sind, ist allgemein bekannt. Im September 2010 lag der Anteil der arbeitslosen 25- bis 34-Jährigen ohne Berufsausbildung (ohne Daten der zugelassenen kommunalen Träger) in den drei Bundesländern zwischen 47,5% und 53%.

Zu den Menschen, die überproportional häufig keinen Berufsabschluss haben, gehören Straffällige, die demzufolge nach Entlassung mit erheblichen Zugangsschwierigkeiten zum Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Ihnen droht – sofern sie kein berufsqualifizierendes Zertifikat vorweisen können – eine permanente Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen. Das Fehlen eines Berufsabschlusses ist auch insofern problematisch, da neuere Ergebnisse der Rückfallforschung in kontinuierlichen Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen einen Faktor sehen, dem eine eindämmende Wirkung hinsichtlich kriminogener Bedingungen zukommt.

Angesichts der prekären Ausbildungssituation von Strafgefangenen beschloss der Südwestverbund – ein Zusammenschluss der Justizministerien Hessens, Rheinland-Pfalz und des Saarlandes –, sich in Kooperation mit INBAS an der Förderinitiative "Abschlussorientierte Modulare Nachqualifizierung" zu beteiligen. Das Projekt „Nachqualifizierung im Südwestverbund“ ist ein gemeinsames Vorhaben, bei dem die berufsbezogene (Nach-)Qualifizierung von (ehemaligen) Strafgefangenen mit Blick auf eine externe Kammerprüfung im Mittelpunkt steht.

In den Ländern des Südwestverbundes fördert das Projekt den Aus- und Aufbau von Nachqualifizierungsstrukturen für die Klientel männlicher und weiblicher Strafgefangener auf politischer, administrativer, anstaltsbezogener und individueller Ebene in den Regionen. Ziel ist es, Anschlussperspektiven zu schaffen, an welche die Inhaftierten mit ihren Kompetenzen anknüpfen können, die sie vor und während der Haft erworben haben. Es sollen Zugänge zu Nachqualifizierungsangeboten abgestimmt werden, um vorhandene Qualifikationen mit Blick auf anerkannte Berufsabschlüsse fortsetzen zu können. Auf der individuellen Zielebene werden damit die Chancen für eine selbstständige Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe ohne strafrechtliche Auffälligkeit erhöht.

Das Projekt wird in drei Bundesländern mit neun Justizvollzugsanstalten (davon eine Jugendstrafanstalt) umgesetzt. Die Projektstrategie besteht darin, möglichst an bereits vorhandene Strukturen und Qualifizierungszusammenhänge anzuknüpfen und Zugangswege für Straffällige zu öffnen. Bei der Umsetzung erfordert dies umfangreiche und differenzierte Organisations- und Kommunikationsaktivitäten, denen ein entsprechender Projektaufbau Rechnung tragen muss.

Als Ansprechpartner in den JVAen und für regionale Kontakte sind Nachqualifizierungs-Koordinatoren und Koordinatorinnen zuständig. An der Nahtstelle von „drinnen und draußen“ gewinnt die Zusammenarbeit mit dem Übergangsmanagement und Trägern der Straffälligenhilfe eine große Bedeutung. Entscheidend für den Ausbau tragfähiger Nachqualifizierungsstrukturen sind Abstimmungen an Runden Tischen über Zugangs- und Förderbedingungen mit Arbeitsagenturen, Kammern und regionalen Bildungsträgern. Dabei greift das Projekt bereits vorhandene Erfahrungen anderer Projekte zur Nachqualifizierung auf.

Die operative Steuerung des Gesamtvorhabens liegt bei den Justizministerien der drei Bundesländer, bei INBAS sowie bei Vertretern der beteiligten JVAen und Vollzugsexperten. Zur Verankerung von Nachqualifizierungsstrukturen in den Regionen und zur Darstellung des Vorhabens gegenüber der Öffentlichkeit ist ein Begleitgremium vorgesehen, bestehend aus Justiz- und Arbeitsministerien, Regionaldirektionen, Verbänden, Kammern und Sozialpartnern. Die Gesamtkoordination des Projektes liegt bei INBAS.

Ergebnisse

Ergebnisse

Das Projekt "Nachqualifizierung im Südwestverbund. Eine Chance für Straffällige in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland" wurde von der INBAS GmbH in Zusammenarbeit
mit den Justizministerien der genannten Bundesländer umgesetzt. Neun Justizvollzugsanstalten (JVA) waren in die Durchführung eingebunden; fünf Koordinatorinnen und Koordinatoren berieten und gestalteten in den JVA den Projektumsetzungsprozess. Ziel des Projekts war es, Nachqualifizierung als Regelinstrument zum Nachholen von Berufsabschlüssen im Vollzug in den JVA zu integrieren. Qualifizierungskonzepte sollten "anschlussfähig" gestaltet werden, so dass berufliche Bildung, begonnen in einer JVA, nach der Entlassung bei einer Bildungseinrichtung bzw. einem Unternehmen fortgesetzt werden kann. Im Idealfall sollte eine solche berufliche Qualifizierung zum Berufsabschluss über die Externenprüfung (§ 45 Abs. 2 BBiG, § 37 Abs. 2 HWO) führen.
Das Projekt hat im Sinne der förderpolitischen Zielsetzung des BMBF-Programms in den beteiligten JVA neue berufliche Weiterbildungsstrukturen geschaffen, die auch bundesweit beispielgebend sein können. Zu den die Förderpolitik des BMBF unterstützenden Projektaktivitäten zählen:
* Erhebung des Nachqualifizierungsbedarfs von Straffälligen und Analyse vorhandener Qualifizierungsangebote auf ihre Nutzbarkeit.
* Sensibilisierung von Strafgefangenen und Unternehmen für das Thema Nachqualifizierung; Suche nach Unternehmen, die eine betriebliche Einbindung von Haftentlassenen zum Abschluss einer in der Haft begonnenen Nachqualifizierungen ermöglichen.
* Vernetzung von Akteuren und Strukturen sowie Abstimmung von Zuständigkeiten und Verfahrensstandards mit Arbeitsagenturen, Kammern und den Instanzen des Übergangsmanagement.
* Initiierung von Qualifizierungsangeboten, die anschlussfähig im Förderrahmen von SGB II und SGB III - in und außerhalb der JVA - durchgeführt werden können.
* Gestaltung der Zugänge zu abschlussbezogener Nachqualifizierung für Straffällige auf konzeptioneller und organisatorischer Ebene; Bereitstellen und Schaffen von Strukturen unter besonderer Beachtung der Bedingungen des Vollzugs in Absprache mit den Leitungen und dem Sicherheits- wie Bildungspersonal der beteiligten JVA.
* Beratung der für den Bildungsbereich in JVA zuständigen Mitarbeitenden der drei beteiligten Justizministerien zu Fragen der abschlussorientierten Weiterbildung.
Die wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit ist gegeben.
Das Projekt trug dazu bei, dass der Erwachsenenvollzug sich im Bereich der beruflichen Bildung langsam den im Jugendvollzug geltenden Förderstandards nähert. Durch die Zusammenarbeit der drei Bundesländer in dem vom BMBF geförderten Projekt, konnten die für den Strafvollzug zuständigen Referate der Justizministerien und die beteiligten Justizvollzugsanstalten ihren Gestaltungsspielraum vergrößern. Das Erproben neuer auf Nachqualifizierung bezogener Beratungs-, Betreuungs- und Kooperationsstrukturen wurde erst durch das Zusammenwirken möglich. Die geschaffenen Strukturen, mit denen zum Teil neue organisatorische Wege beschritten wurden, wirken sich nicht nur auf die im Zentrum der Förderung stehende Nachqualifizierung aus, vielmehr hat das neue Konzept auch für die Umsetzung anderer Weiter- und Ausbildungsangebote innovative Strukturen geschaffen. Die erprobten Konzepte können in modifizierter Form auch auf andere (am Projekt nicht beteiligte) Länder übertragen werden.

Fazit

Durch das Projekt wurde Nachqualifizierung in den JVA-Strukturen als weitgehend neues Thema verankert und die bereits vorhandenen Ansätze zur beruflichen Bildung wurden durch die Projektaktivitäten gestärkt. Die beteiligten Justizministerien und JVA-Leitungen anerkennen diese vom Projekt angestoßene Entwicklung und bestätigen die positiven (Folge-)Wirkungen, an die angeknüpft werden soll.
Die vom Projekt initiierten Maßnahmen entsprachen dem Bedarf der Inhaftierten, dies zeigte die Nachfrage der angebotenen Kurse. Auch die Arbeits- und Werkbetriebe sahen sich durch die Organisation von "Lernen im Arbeitsprozess" in der JVA aufgewertet. Von der Gewinnung externer Kooperationspartner wie Unternehmen, Kammern und Arbeitsagenturen profitierten nicht nur die unmittelbar in das Projekt Eingebundenen, vielmehr hat die Erschließung neuer Partner weitergehende Auswirkungen auf die Arbeits- und Qualifizierungsgestaltung in den JVA. Die entstanden Kooperationsstrukturen werden in weitergefassten Kontexten fortgesetzt.
Ein Ziel des Projekts war es, durch die Entwicklung von Angeboten und Instrumenten Grundlagen für die Ausstellung arbeitsmarktverwertbarer Zertifikate oder Tätigkeitsnachweise zu schaffen, die zu einer Verbesserung der Zugangschancen Haftentlassener in den Arbeitsmarkt beitragen. Entsprechende zertifizierte Kursangebote, ein spezielles Tätigkeitsnachweis-Instrument und ein Qualifizierungspass wurden entwickelt und stehen für den Transfer bereit; diese Produkte sind auch für Vollzugseinrichtungen anderer Bundesländer von großem Interesse.
Die Nutzung der Lernplattform eLiS im Rahmen der Projektumsetzung hat sich bewährt. Es soll an einigen Standorten weiter genutzt und auf neue Bedarfe hin weiterentwickelt werden.

Das Jahr 2012 stand im Zeichen der Erprobung von Instrumenten und die Durchführung von Veranstaltungen.

Instrumente

Die 2011 durchgeführten Bestandsaufnahmen zu Arbeits- und (Aus-) Bildungsangeboten in den Justizvollzugsanstalten (JVAen) zeigten, dass es unterschiedliche Anknüpfungspunkte für ein „Lernen im Arbeitsprozess“ gibt. Trotz aller Unterschiede gibt es jedoch einige Gemeinsamkeiten:

(a) Die von den Gefangenen ausgeübten Tätigkeiten werden nur selten dokumentiert und können folglich nach der Entlassung nicht nachgewiesen werden.

(b) Qualifizierungspotenziale der Arbeits- und Versorgungsbetriebe werden nur eingeschränkt genutzt.

(c) Die Erhebung berufsbiographischer Daten der Gefangenen ist zu wenig entwickelt, an beruflich verwertbare Kenntnisse und Fertigkeiten wird daher selten angeknüpft.

Auf der Grundlage dieser Befunde entwickelten die Koordinatorinnen und Koordinatoren mit den Ansprechpartnern der Haftanstalten drei Instrumente, die 2012 erprobt wurden. Die Instrumente sollen zukünftig Fachdienste des Vollzugs bei der Qualifizierungsberatung sowie das Entlassungs- und Übergangsmanagement unterstützen. Die drei Instrumente zeigen, wie unterschiedlich fokussiert das Thema Nachqualifizierung in den drei Ländern angegangen wird.

Qualifizierungspass für den Strafvollzug in JVAen in Hessen:

Er bietet den am Integrationsprozess beteiligten Institutionen eine Dokumentation mit Bewerbungsunterlagen. Für Kammern ist vor allem der Teil mit Ausführungen darüber, was der/die Gefangene bisher gemacht hat, von Interesse. Bildungsträger erhalten Informationen darüber, wie eine auf eine Prüfung zugeschnittene Maßnahme zu konzipieren ist. Der Pass wurde in Zusammenarbeit mit zwei Nachqualifizierungsprojekten entwickelt (MoNa Frankfurt; Qualifizierung nach Maß in Darmstadt), mit den Kammern in Frankfurt und Darmstadt abgestimmt und in den JVAen Darmstadt, Frankfurt III und IV erprobt.

Erfassung von Bildungsdaten als Grundlage für die Qualifizierungsberatung in der JVA Saarbrücken:

Ein für die Erfassung bildungsbiographischer Daten geeignetes Instrument für den sog. „Zugang“ existierte bisher nicht. Die JVA Saarbrücken entwickelte daher im Rahmen des Projekts einen standardisierten Fragebogen; sie setzt ihn seit März 2012 in Aufnahmegesprächen ein. Mit ihm werden Daten zur schulischen und beruflichen Bildung und zur Motivation der Inhaftierten für Weiterbildung erhoben. Zweck des Fragebogens sind Informationen für eine frühzeitige Bildungsberatung, die in den Vollzugsplan integriert werden können.

Tätigkeitsnachweis im Strafvollzug in Rheinland-Pfalz (TNS):

Bisher enthält eine Arbeitsbescheinigung lediglich die Beschäftigungszeiten für sozialversicherungsrechtliche Ansprüche, sie sagt jedoch nichts über die Arbeitsinhalte bzw. Arbeitserfahrungen aus. Diese sollen nun nutzbar gemacht werden. In dem TNS wird nun die Tätigkeit dokumentiert, die der Gefangene tatsächlich durchführt. Eine Leistungsbeurteilung erfolgt aus juristischen Gründen nicht. Die Dokumentation kann für eine (Nach-) Qualifizierungsberatung, für die Arbeitsvermittlung und für künftige Arbeitgeber genutzt werden. Sie orientiert sich, wenn möglich, an vergleichbaren Ausbildungsberufen und folgt der Struktur von Ausbildungsordnungen und -rahmenlehrplänen. Kernstück des TNS ist eine Datenbank, die in ein Programm eingebettet ist, das von der zentralen Leitstelle in Rheinland-Pfalz entwickelt wurde. Der TNS wurde 2012 in den JVAen Frankenthal und Zweibrücken erprobt und soll anschließend allen rheinland-pfälzischen Haftanstalten elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Ein Transfer in das Saarland und nach Hessen ist geplant.

Wenn der Qualifizierungspass und der TNS in den Vollzug eingeführt sind, liegen damit einheitliche, auf die die Bundesländer zugeschnittene Instrumente vor.

Veranstaltungen

Auf der Fachtagung im November 2011 konstituierten sich drei länderübergreifende Arbeitsgruppen, die am 16 Mai 2012 in Ludwigshafen erneut zusammen kamen und die o.g. Instrumente diskutierten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Leitungskräfte des Arbeitswesens von JVAen für den TNS und Verantwortliche des Entlassungs- und Übergangsmanagements für den Qualifizierungspass ein großes Interesse bekundeten.

Außer auf Abstimmungsgespräche mit Justizministerien und JVAen ist vor allem auf zwei weitere Veranstaltungen hinzuweisen:

Bei der Zusammenarbeit mit Kammern bei der Konzeptionierung und Anerkennung von Qualifizierungsangeboten machte das NQ-Projekt unterschiedliche Erfahrungen bzgl. der formalen Anforderungen für eine Externenprüfung. Um die Vorgehensweisen zu erörtern, organisierte das NQ-Projekt zusammen mit der IHK Frankfurt am 16. November 2012 einen Erfahrungsaustausch mit Vertretern und Vertreterinnen von Kammern der drei Bundesländer. Gegenstand waren die o.g. Instrumente und die Praxis bzgl. der Anmeldung für eine Externenprüfung.

Am 23. November 2012 trat in Mainz zum zweiten Mal der Projektbeirat zusammen. Nach einem Überblick über den Stand des NQ-Projekts stellten die Koordinatorinnen und Koordinatoren „ihre“ Instrumente, Qualifizierungsangebote im offenen und geschlossenen Vollzug sowie einen „idealtypischen“ Vollzugsverlauf vor. Der zweite Teil der Beiratssitzung beschäftigte sich mit der Frage, wie die Einführung von (Nach-) Qualifizierung nach Projektende fortgesetzt werden könnte.

Um einschätzen zu können, an welchen Arbeitstätigkeiten Nachqualifizierung anknüpfen kann, führten die Koordinatoren und Koordinatorinnen zunächst eine Bestandsaufnahme in den JVAen durch. Dazu erfassten sie sämtliche Arbeits-, Ausbildungs- und Bildungsangebote in JVA-eigenen Werkbetrieben (z.B. Möbel-, Fenster- und Metallbau), in Unternehmerbetrieben (diese lassen gegen Entgelt Erzeugnisse in der Anstalt herstellen oder Leistungen erbringen) sowie in Versorgungsbetrieben, wie z.B. Küche, Gebäudereinigung und Haustechnik. Die Bestandsaufnahmen zeigten unterschiedliche Entwicklungsstände, so dass wir individuelle Konzepte für die JVAen verfolgen.

Zur Planung und Umsetzung von (Nach-)Qualifizierungskonzepten bot es sich an, an Runden Tischen Leitungskräfte der JVAen, Meister und Meisterinnen aus den Betrieben, Übergangsmanagern/Übergangsmanagerinnen u.a. mit externen Kooperationspartnern (Kammern, Arbeitsagenturen) zusammenzubringen. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt und wird 2012 fortgesetzt.

Am 24. November 2011 führten wir in Ludwigshafen eine Fachveranstaltung im Südwestverbund mit dem Titel „Nachqualifizieren im Strafvollzug“ durch. Sie richtete sich vor allem an Praktiker und Praktikerinnen des Strafvollzugs, sowie an Kooperationspartnerinnen und -partner, die als Externe mit den Justizvollzugsanstalten zusammenarbeiten. Ca. 100 Teilnehmende ergriffen die Gelegenheit zum fachlichen Austausch von Erfahrungen. Eine Plakatausstellung der beteiligten JVAen visualisierte laufende oder geplante Nachqualifizierungsangebote.

Intention der Tagung war es, Ideen und Möglichkeiten der modularisierten beruflichen (Nach-)Qualifizierung im Strafvollzug vorzustellen und zu diskutieren. Nach einer Begrüßung durch die Projektleiterin hob ein Vertreter des Ministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz den Bedeutungswandel hervor, den die Arbeit im Laufe der Geschichte des Strafvollzugs erfahren hatte. Ein Mitarbeiter des Büros für berufliche Bildungsplanung (Dortmund) referierte über „Berufliche Bildung für Geringqualifizierte“, wobei er auf die Bedeutung hinwies, berufliche Inhalte mit identitäts- und orientierungsstiftenden Momenten zu verbinden.

Arbeitsgruppen am Nachmittag boten Gelegenheit, die Erfahrungen der Teilnehmenden einzubringen. In den AGs („Qualifizierung von Anfang an“, „Arbeit ist gut, aber nicht genug“ und „Übergang: Qualifizierung drinnen und draußen“) stellten Praktiker und Praktikerinnen Instrumente vor und diskutierten Möglichkeiten, Nachqualifizierung innerhalb und außerhalb des Vollzugs stärker zu verankern. Die Diskussion in den länderübergreifenden AGs soll 2012 fortgesetzt werden.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung